Tod einer jungen Frau wird nach 13 Jahren gesühnt

- VON BETTINA LINK 13 Jahre nach dem Sexualmord an der 20-jährigen Irin Sinèad O`Neill steht ab dem heutigen Montag der mutmaßliche Mörder vor dem Landgericht München. Rene L. hat gestanden, die Frau aus Dublin am 20. August 1991 an der Thalkirchner Brücke geschlagen, vergewaltigt und mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Rene L. hat zudem gestanden, 1995 in Bremen eine Frau missbraucht zu haben.

Wie berichtet, kamen die Fahnder durch DNA-Spuren auf Rene L. Der mehrfach vorbestrafte 38-jährige arbeitslose Dreher musste im Oktober vergangenen Jahres in anderer Sache eine Speichelprobe abgeben. Erst kurz zuvor hatten die Ermittler ein DNA-Muster des Täters aus dem Slip von Sinèad O`Neill isoliert und in die bundesweite Datenbank eingegeben. Diese spuckte Rene L. als den Mörder der jungen Frau aus. Nach seiner Festnahme gestand der 38-Jährige zudem, am 9. September 1995 Tina R. in Bremen vergewaltigt zu haben. Auch diese junge Frau soll er während der Tat geschlagen und gewürgt haben. Wie der Angeklagte im Ermittlungsverfahren aussagte, kam der gebürtige Lübbecker (Westfalen) im Frühjahr 1991 nach München und arbeitete als Fräser bei einer großen Firma. Etwa zwei Wochen vor der Tat lernte er die Irin im Biergarten am Chinesischen Turm kennen, wo Sinèad O`Neill als Maßkrug-Einsammlerin jobbte. Rene L. verliebte sich in die junge Frau. Am Tattag ging der Mann in ein Pub in Schwabing, wo er auf Sinèad O`Neill traf. Wie er wusste, feierte die Irin dort regelmäßig. Als die 20-Jährige mit der letzten U-Bahn zu ihrem Zeltplatz auf dem Campingplatz Thalkirchen fuhr, folgte er ihr nach eigenen Angaben. Er sprach sie an, begleitete sie ein Stück und gestand ihr seine Liebe. Als Sinèad O`Neill seine Gefühle nicht erwiderte, habe er durchgedreht, die Frau vergewaltigt und sie erstochen, weil diese sich wehrte und schrie. Nachdem Rene L. vom Tatort geflohen war, schleppte sich Sinèad O`Neill schwer verletzt mit letzter Kraft an die Isar. Dort fand ein Polier die junge Frau am nächsten Morgen. Minuten später fiel die Irin ins Koma. Einen Tag später starb sie. Der Prozess gegen Rene L. vor der 2. Strafkammer ist auf fünf Tage angesetzt.

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