Einzäunung der Bahngleise bereits vor zwei Jahren ein Thema

- Peiting – Eine Einzäunung am Bahnhof Peiting-Ost, wo am Dienstagabend ein 29-jähriger Mann aus Peiting auf den Gleisen vom Zug erfasst und tödlich verletzt wurde: Diese Sicherheits-Vorkehrung ist bislang ausgeblieben. Fakt ist, dass es in dieser Sache bereits vor zwei Jahren Gespräche zwischen der Deutschen Bahn und der Gemeinde Peiting gegeben hatte. Die Unfallstelle, von vielen Peitingern als Übergang genutzt, hätte eingezäunt werden sollen. „Seitdem haben wir, wie bei der Bahn üblich, nichts mehr gehört“, schildert Peitings Bürgermeister Michael Asam gestern gegenüber den Schongauer Nachrichten.

Vor zwei Jahren hätte die Bahn die Gemeinde Peiting darauf aufmerksam gemacht, die Gleise am Bahnhof-Ost einzuzäunen. Bei dem Gelände handelt es sich jedoch um Grund, der der Bahn gehört. "Wir haben damals gesagt, die Bahn solle sich etwas für ihr eigenes Grundstück einfallen lassen", erinnert sich Michael Asam einen Tag nach dem schrecklichen Unfall, bei dem ein junger Mann aus Peiting auf den Gleisen vom Regionalzug, der aus Schongau kam, erfasst worden ist (wir berichteten).

Ein Trampelpfad

Der Gemeindechef weiß: Der 29-Jährige, der das Abkürzen über die Gleise mit dem Leben bezahlt hat, ist kein Einzelfall. "An dieser Stelle gibt es einen Trampelpfad, den viele Peitinger nutzen."

Der Bahn wirft er vor, sie hätte die Kosten des Einzäunens auf die Gemeinde abschieben wollen. "Es kann doch aber nicht sein, dass die Gemeinde alle Gleise vom Bühlach runter bis in den Ort einzäunt und für alle Kosten alleine aufkommt -das Gelände gehört der Bahn!"

Im Gespräch vor zwei Jahren hätten sich die Vertreter der Gemeinde mit den Vertretern der Bahn bei einer Ortsbesichtigung -damals war es in erster Linie um das verwahrloste Gebäude am Bahnhof-Ost gegangen -darauf geeinigt, in Sachen Zaun weiter am Ball zu bleiben. "Wir als Gemeinde haben damals signalisiert, dass wir was, den Zaun anbelangt, zu Gesprächen bereit sind."

Ein Übergang oder ein Tunnel, das war auf beiden Seiten schnell klar: Eindeutig zu teuer. Michael Asam: "Aber generell hat sich die Bahn sehr bedeckt gehalten, was Kosten anbelangt."

Vorläufig Einigung

Schließlich hätten sich beide Parteien darauf geeinigt, dass die Bahn sich Gedanken zum weiteren Vorgehen in Sachen Zaun am Gleis machen sollte. "Die von der Bahn sollten uns sagen, wie sie sich das vorstellen", so Asam. Seither hätte er nichts mehr in der Angelegenheit gehört.

Die Bahn sei zum Zeitpunkt der Gespräche jedoch auch in einer Umbruchsphase gewesen, räumt der Gemeindechef ein. Ob die Gesprächspartner von damals überhaupt noch im Unternehmen seien, kann er nicht sagen.

Den Begriff "Versäumnis" möchte man bei der Bahn strikt von sich weisen. "Die Bahn hat hier keine Sicherungspflicht unterlassen", betont Bahn-Sprecher Franz Lindemair gegenüber unserer Zeitung. Straßen seien genauso wenig eingezäunt wie Bahngleise, gibt er zu bedenken. Hinzu kommt: "Bei 5800 Bahnhöfen und 38 000 Kilometern an Schienen kann man nicht überall einen Zaun hinmachen."

Franz Lindemair verspricht: "Wir werden prüfen, was aus Sicht der Bahn an dieser Stelle getan werden kann." Ein Zaun? "In der Regel bitten wir die Bundespolizei, an den bekannten Stellen häufiger Präsenz zu zeigen, um die Leute davon abzuhalten, diese Dummheit zu begehen." Auch Verbotsschilder würden an derlei gerne überquerten Gleisen aufgestellt, so Lindemair.

Ein solches Schild gibt es bereits. Der Trampelpfad am Bahnhof Peiting-Ost ist deshalb nicht weniger frequentiert. Franz Lindemair: "Wir müssen schauen, wie wir zwischen baulichen Maßnahmen und dem Status quo etwas erreichen können."

Auch interessant

Kommentare