Fall Baudrexl: Poker ums Geld

- VON EVA HUTTER Garmisch-Partenkirchen - Die Bauvoranfrage für ein neues Geschäftshaus an der Bahnhofstraße, das an den bestehenden Komplex angrenzen soll, hat Klement Baudrexl im Rathaus bereits eingereicht. Wegen der Größe der geplanten Verkaufsfläche nimmt sich aber - vorschriftsgemäß - die Regierung von Oberbayern der Angelegenheit an. Außerdem muss der Architekt erst eine Einigung mit der Familie Jocher erzielen; sie betreibt auf diesem Areal noch einen Handarbeitsladen (wir berichteten).<BR>

Die Rechtsanwälte beider Parteien haben nach rund zwei Monaten noch keine Lösung gefunden. "Die Verhandlungen stagnieren etwas", sagt Joachim Saam, der die Jochers vertritt. Die Familie hat einen Vertrag bis 2008 für die Räumlichkeiten am Bahnhofsberg. Saam hatte dem Bauherren bereits ein Angebot unterbreitet, bei dem alle erlittenen Verluste für das kleine Unternehmen ausgemerzt und sogar eine verfrühte Kündigung drin wäre. "Wenn Herr Baudrexl bauen will, wäre es sicher gut, sich jetzt zu einigen", ist er überzeugt. Momentan liegen aber Welten zwischen den Forderungen seiner Mandanten und den Vorschlägen des Vermieters.<P>In diesem Punkt ist sich Baudrexls juristischer Vertreter mit seinem Münchner Wohnungen und Büros<P>im neuen Geschäftshaus<P><P>Kollegen einig. "Die Vorstellungen gehen weit auseinander, es ist sehr schwierig", bestätigt Dr. Franz Bockhorni. "Wir versuchen, ein gutes Ergebnis zu erzielen, mit dem beide Seiten zufrieden sind." Mehr Informationen konnte er dem Tagblatt gestern nicht geben.<P>Baudrexl strebt an, das bestehende Gebäude zu erweitern, in dem unter anderem das Jobcenter untergebracht ist und der Schuhdiscounter "Deichmann" einziehen möchte (siehe Kasten). In dem neuen, mehrstöckigen Haus sollen Büroräume, Dachwohnungen und eine durchgehende Ladenzeile entstehen. Noch fehlt allerdings das grüne Licht der Regierung von Oberbayern. Die Kommune musste die Pläne nach München weitergeben, Ladenfläche von über<P>1200 Quadratmetern<P><P>da hier eine Verkaufsfläche vorgesehen ist, die 1200 Quadratmeter überschreitet. Damit handelt es sich um ein so genanntes Einzelhandels-Großprojekt. Die übergeordnete Behörde in der Landeshauptstadt nimmt zum Beispiel unter die Lupe, ob an dem Standort die Nachfrage für ein Geschäft dieser Größenordnung besteht. Bisher liegen die erforderlichen Unterlagen allerdings nicht vor: "Es ist nichts eingegangen", bestätigt Regierungs-Sprecherin Michaela Krem. "Die Verantwortlichen sind schon informiert", weiß Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer, "es liegt nur noch nichts Schriftliches vor."<P>

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