Fall Shanti: Kritik an portugiesischen Behörden

München - Nach der Verhaftung des mutmaßlichen Kinderschänders Ulrich S. alias Oliver Shanti haben Ermittler schwere Vorwürfe gegen die Behörden in Portugal erhoben.

"Wir wurden oft enttäuscht", sagte Peter van den Berg, Chef der Münchner Zielfahndung. Es habe Möglichkeiten gegeben, S. früher zu bekommen. "Oft blieben wir an bürokratischen Hürden hängen", kritisierte van den Berg. Ähnlich äußerte sich Oberstaatsanwalt Franz Gierschik: "Wenn sich jemand sechs Jahre verborgen halten kann, ist das auffällig." Konkrete Beweise, dass S. von geschmierten Beamten gedeckt wurde, gebe es jedoch nicht.

Dem als Oliver Shanti bekannt gewordenen Esoterik-Musiker wirft die Münchner Staatsanwaltschaft sexuellen Missbrauch von Kindern mit "weit über 300 Einzeltaten vor". Die meisten Taten seien in Portugal verübt worden, wo der seit 2002 mit Haftbefehl Gesuchte mit einem Dutzend Anhängern auf einem Landgut bei Vila Nova de Cerveira gelebt haben soll.

Der 59-Jährige war am Freitag in Lissabon verhaftet worden, als er in der deutschen Botschaft einen Reisepass beantragte. Offenbar hat er Blutkrebs und wollte zur Behandlung nach Brasilien reisen. Nun sitzt S. in einem Gefängnis-Krankenhaus. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat seine Auslieferung beantragt. (sri)

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