Familienpass soll jungen Eltern helfen

- VON ANDREAS BEEZ Garmisch-Partenkirchen - Junge Eltern und ihre Kinder brauchen eine stärkere Lobby - darüber sind sich die Politiker weitgehend einig. Aber nicht nur auf Bundes- und Länderebene müsse etwas geschehen, sondern auch in den Kommunen. Zumindest, wenn es nach dem Willen der Freien Wählergemeinschaft (FWG) geht. Konkret schlägt sie die Einführung eines so genannten "Familienpasses" vor. Das Dokument im Scheckkartenformat soll seinen Besitzern Spezialangebote und Vergünstigungen ermöglichen, etwa bei Freizeiteinrichtungen, in Wirtshäusern und in Geschäften. Diese Initiative werde die FWG demnächst im Gemeinderat vorstellen, kündigte Fraktionsvorsitzender Hannes Krätz jetzt gegenüber dem Tagblatt an.<BR>

<P>Der Familienpass sei keine neue Erfindung, er werde bereits in Berlin, Hamburg und in Tirol mit großem Erfolg ausgegeben, erläuterte Carolin Pohl. Die junge Mutter hatte das Projekt bei der FWG ins Gespräch gebracht. Ihre Idee: "Wir wollen Familien inspirieren, etwas gemeinsam zu unternehmen - und ihnen gleichzeitig aufzeigen, wo sie überall besonders berücksichtigt werden." Der Pass solle alle bereits bestehenden Vergünstigungen bündeln und neue miteinbeziehen - heißt konkret: Er würde bei den Bergbahnen, in den Skischulen oder im Schwimmbad genauso gelten wie etwa in Wirtshäusern, Geschäften oder Tourismusbetrieben, die jungen Eltern und ihren Kindern Rabatte einräumen möchten. Auch Sonderaktionen seien denkbar, zum Beispiel eine Familien-Happy-Hour im Eiscafé oder Spartarife im Sportgeschäft.<P>Die Betriebe könnten im Gegenzug mit dem Prädikat "Hier gilt der Familienpass" werben, indem sie einen Hinweis-Aufkleber im Schaufenster oder an der Eingangstür anbringen - ähnlich wie die Kreditkartenfirmen. Alle Angebote könnten dann in einer Infoliste zusammengestellt werden, erläuterte Hannes Wanninger, der an dem FWG-Konzeptentwurf mitarbeitet.<P>"Verwaltungsaufwand<P>wäre zu bewältigen"<P><P>Bei der Vergabe der Dokumente sollen Kinder bis zu einer bestimmten Altersgrenze berücksichtigt werden. Die genauen Berechtigungs-Kriterien müssten noch diskutiert werden, so Wanninger und Pohl. Als Anlaufstelle würde nach FWG-Vorstellung das Rathaus dienen. "Es gebe zwar einen Verwaltungsaufwand, allerdings wäre dieser sicher zu bewältigen." Schließlich sei kein langwieriges Prüfverfahren erforderlich - die Mitarbeiter müssten lediglich die Personal- und Kinderausweise der Antragsteller kontrollieren. "Und die Materialkosten sind überschaubar. Eine Plastik-Scheckkarte kostet 38 Cent."<P>

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