Fast schon eine Lebensphilosophie

- VON ANDREAS SEILER Murnau - Für die einen ist es nur überteuertes Elektronik-Spielzeug, für die anderen sind es die besten und schicksten Geräte der Welt: Die Rede ist von Apple-Computern, die eine Nische in der von Microsoft und Intel dominierten Branche einnehmen. Die Fangemeinde wächst - auch im Staffelsee-Raum. Immer mehr Firmen und Privatpersonen schwören auf die "Macs" aus Kalifornien, die im Logo einen angebissenen Apfel tragen. Geschätzt werden vor allem die Benutzerfreundlichkeit, die Sicherheit vor Viren und das Design.<BR>

<P>Als Hingucker in Kino-Filmen oder auf Werbeplakaten haben sich die Apple-Computer längst einen festen Platz erobert. Der Bekanntheitsgrad wurde durch die Einführung des so genannten "iPod" vor vier Jahren gesteigert. Das digitale Abspielgerät für Musikstücke genießt inzwischen als Lifestyle-Produkt einen Kultstatus.<P>Ein Zwerg auf<P>dem Computermarkt<P><P>Trotzdem ist das 1976 gegründete Unternehmen ein Zwerg auf dem Computermarkt, sein Anteil in Deutschland liegt bei wenigen Prozent. Kritiker führen die hohen Preise und die geringe Auswahl an Programmen für den Privatgebrauch an. Überzeugten "Mac"-Nutzern ist dies jedoch egal, für sie sind ihre Computer mehr als nur Rechenmaschinen, mit denen sich Texte schreiben und Fotos verwalten lassen. "Die normalen PCs sind etwas Alltägliches, die Macs hingegen haben Styling", schwärmt Peter Wiesendanger, Chef der gleichnamigen Murnauer Druckerei. Er arbeite seit gut 15 Jahren mit den Geräten, deren Soft- und Hardware "aus einem Guss" sind, und sei noch nie auf die Idee gekommen, zur "Gegenseite" überzulaufen. Gerade in der Grafikbranche seien "Macs" Standard, fügt der Drucktechniker hinzu. Auch privat wird der einfache Umgang mit Programmen und Dateien geschätzt, im Hause Wiesendanger gibt es nur "Macianer".<P>"Der typische Apple-Käufer ist jemand, der etwas Besonderes haben will", hat Christof Blumberger festgestellt. Der Apple-Experte arbeitet als Kundenbetreuer bei der Bad Kohlgruber Firma "Hasmiller-Datentechnik", dem einzigen "Mac"-Händler hier im Landkreis. Mit einem solchen Computer zu arbeiten, sei "fast schon eine Lebensphilosophie", erklärt er. Auch immer mehr Firmen interessierten sich für die Geräte. Schließlich sei - im Gegensatz zu herkömmlichen Rechnern - der Lernaufwand deutlich geringer. Und das spare Geld. Viele hätten jedoch "Hemmungen", sich auf das neue System einzulassen und der vertrauten Windows-Welt den Rücken zu kehren.<P>Seit Jahren Apple-Fan ist auch der in Seehausen lebende Rechtsanwalt Florian Oppenrieder. "Der Mac ist zwar etwas teurer. Aber dafür stürzt er nicht ab", sagt der bekannte Schlagzeuger. Er habe mal die Anekdote gehört, dass in den Jahren des Kalten Krieges die amerikanische Regierung aus wehrtechnischen Gründen den Export von Apple-Produkten untersagt hat. Die qualitativ schlechtere Konkurrenz aus dem Hause Microsoft habe hingegen ungehindert den Weltmarkt überfluten dürfen. So erkläre sich die Marktführerschaft von Bill Gates` Windows-Imperium, lacht Oppenrieder.<P>Software für<P>Musikanwendungen<P><P>Dass in einem Haushalt auch zwei Computerwelten nebeneinander bestehen können, beweisen der Murnauer Profi-Musiker Eric Kisser und seine Frau Cordula Korst. Für den Bassisten kommt außer Apple nichts in Frage, er schwärmt von der leichten Bedienbarkeit und der guten Software für Musikanwendungen. Als Windows-Anwender müsse man ein "Reparatur-Fachmann" sein, witzelt er. Dass trotz aller Vorzüge in der Apple-Welt nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, musste er kürzlich erfahren. Seine Frau hatte ihm ein Aufnahmegerät geschenkt, das allerdings am "Mac" nicht so recht funktionieren wollte. An ihrem Windows-Rechner läuft es hingegen einwandfrei.<P>

Auch interessant

Kommentare