AWO feiert den 30. Geburtstag

- VON DR. BÄRBEL SCHÄFER Karlsfeld - Die AWO Karlsfeld feierte ihr 30-jähriges Bestehen mit einem Festakt und einem Weinfest im alten Rathaus. Vorsitzende Ingrid Rieger ließ die Geschichte des Ortsvereins Revue passieren. Sie dankte den Pionieren und Gründungsmitgliedern, die vor 30 Jahren auf die Idee gekommen waren, "für Menschen da zu sein, die zu den Randgruppen der Gesellschaft gehören". Bürgermeister Fritz Nustede sprach von einer "Erfolgsgeschichte". Die Singgemeinschaft Karlsfeld umrahmte den Festakt musikalisch.<BR>

<P>Von bescheidenen Anfängen mit rund zehn Personen vergrößerte sich die Karlsfelder AWO dank vieler ehrenamtlicher Helferinnen zur größten Ortsgruppe im Landkreis, nur Dachau ist mittlerweile größer geworden. Regelmäßige Treffen, Ausflüge, Erholungsurlaube, Weihnachtsfeiern und Faschingsbälle gehören zu den vielen Aktivitäten, die für alte, kranke und behinderte Menschen veranstaltet werden. Wichtige Einnahmequellen sind der Adventsbasar, hinter dem viel Arbeit und Mühe steckt, und der Weiberfasching, der sich heuer zum 20. Mal gejährt hat und der weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt ist.<P>Manchmal würde sie gerne die Zeit zurückdrehen, sagte Ingrid Rieger, die seit 28 Jahren dazu gehört, doch "wir müssen nach vorne schauen, denn die Zeiten werden immer schlechter und die Not wird immer größer". Der Kreisvorsitzende Oskar Krahmer sagte Dank für 30 Jahre gute Arbeit. Das hieße, 10 590 Tage für Menschen da gewesen zu sein, die Hilfe brauchen. "Frauen haben den Ortsverein getragen", betonte Krahmer und verwies auf Marie Juchacz, die die AWO 1919 in Berlin gegründet hat.<P>Bürgermeister Fritz Nustede, selbst Gründungsmitglied, erinnerte an 1975, als man nach einem "Kristallisationspunkt" suchte, um Menschen zu helfen. "Damals war auch nicht alles goldig, es gab die erste Ölpreiskrise und durchaus Probleme in der Gesellschaft", erinnerte er sich. Die Gemeinde war heftig gewachsen und mit einem Ortsverein konnte man Aktivitäten entwickeln, um diesen Problemen Rechnung zu tragen.<P>Dass die AWO von Anfang an kein "reinrassiger SPD-Verein" gewesen sei, habe die erste Vorsitzende Annemarie Daume bewiesen. Sie gehörte der FDP an. An den ersten Weiberfasching 1985 im Seeblick erinnerte sich Nustede mit gemischten Gefühlen. Zusammen mit Wolfgang Ossenkop habe er sich "inmitten einer gigantischen Horde wilder Weiber wiedergefunden". - "Niemals vorher oder nachher habe ich eine derartige Bedrohung verspürt", scherzte Nustede, bevor er Ingrid Rieger einen Jubiläums-Scheck überreichte.<P>Folgende Helferinnen wurden geehrt: Ingrid Rieger (28 Jahre), Anita Samitsch, Gertraud Schubert und Anni Zelmer (26), Ulla Lotterer, Elvira Kornetzky und Christa Heidt (25), Biljana Opocensky (23), Annelie Schragmann (22), Marianne Gagliardi (21), Conny Legrand (18), Helga Fritsch (16), Rosemarie Seligo (14), Jutta Fiegenschuh, Helga Wagner (10), Anneliese Kaufmann, Sabine Pitsch (9), Margit Emmer (6), Rosemarie Steiner (5), Ingrid Lackerbauer (3), Ingrid Grössler (2), Daniela Nagel (seit 2005). Geehrt wurde auch Alleinunterhalter Walter, der seit 20 Jahren für die Musik bei der AWO Karlsfeld sorgt.<P>

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