Feldarbeit statt Schule

- VON SUSANNE EDELMANN Vaterstetten - Die Realschule Vaterstetten unterhält bereits eine Schulpartnerschaft mit Allauch und mit einer High School in den USA. Doch weil aller guten Dinge drei sind und weil Schulleiter Wilhelm Kürzeder die Aktivitäten in der Gemeinde Vaterstetten aufmerksam verfolgt, gibt es ab sofort noch eine dritte Schulpartnerschaft, nämlich mit der Primary School in Alem Katema, Vaterstettens äthiopischer Partnergemeinde.<BR>

<P>Die Schule hat traditionell eine lange Liste an Aktivitäten, die einem wohltätigen Zweck zugute kommen. Seit letztem Jahr konzentriert man sich dabei verstärkt auf Alem Katema, deshalb wurde die Partnerschaft zwischen den beiden Schulen nun offiziell besiegelt und gleich mit einer Spendenübergabe gekrönt: Beim Adventstee unter dem Motto "Schüler für Schüler" kam ein Erlös von 558,39 Euro zusammen, der nun in der Primary School in Alem Katema für die Anschaffung dringend benötigter Lehrbücher verwendet werden soll.<P>In der Realschule steht jetzt erst einmal die intensive Information auf dem Stundenplan. So wird Alem Katema im Religionsunterricht, aber auch in anderen Fächern verstärkt behandelt werden. Ende März wird Johannes Singer zurück erwartet, der junge Mann, der derzeit ein halbes Jahr in Äthiopien verbringt und den Partnerschaftsverein mit vielen interessanten Einblicken in den äthiopischen Alltag versorgt.<P>Sepp Klement, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, ist dafür ausgesprochen dankbar, gewinnt der Verein dadurch doch wertvolles Hintergrundwissen.<P>Auch die Realschule Vaterstetten freut sich schon jetzt darauf, von Johannes Singer persönlich Näheres zu erfahren. Anschließend soll überlegt werden, was die Schule zusätzlich für die Partnerschaft leisten kann und Kürzeder hofft schon jetzt, vielleicht im Herbst selbst nach Alem Katema reisen zu können, um die Partnerschule persönlich zu besuchen.<P>Für seine eigenen Schüler erhofft er sich durch die neue Partnerschaft vor allem die Erkenntnis, dass der Zugang zu Bildung ein nicht zu unterschätzendes Privileg ist. In Alem Katema besucht nur rund die Hälfte der Kinder eine Schule. Zum einen sind da die Kosten für Schulgeld, Stifte, Hefte und Bücher, zum anderen werden die Kinder dringend bei der Feldarbeit gebraucht, so dass für den Schulbesuch schlichtweg keine Zeit mehr bleibt. Die harte körperliche Arbeit hat Vorrang vor dem Lernen - eine Situation, die sich Vaterstettens Schüler nur schwer vorstellen könnten.<P>

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