Ferrari-Coup: Dritter Mann ist geständig

- Ebersberg- Eine Reihe belastender Indizien und Zeugenaussagen taten ihre Wirkung: Am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht München II hat der Angeklagte seine Beteiligung an einem Raubüberfall im Ebersberger Forst vor 15 Jahren zugegeben. Über seinen Verteidiger räumte er ein, dass er sich nach dem teilweise missglückten Plan mit rund 13 000 Mark in seine afrikanische Heimat abgesetzt hatte. Das Gericht verurteilte ihn nun wegen räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer zu drei Jahren und neun Monaten Haft.

Wie berichtet, hatten seine bereits verurteilten Komplizen das Opfer, einen 38-jährigen Immobilienmakler, mit einer Annonce in die Falle gelockt. In dem Glauben, einen Ferrari für eine Million Mark zu kaufen, fuhr der Göttinger im April 1989 mit den beiden Männern und einer Anzahlung von 500 000 Mark in der Tasche - wie er meinte - zum Notar. Die Aufgabe des Afrikaners wäre es gewesen, im Forst maskiert aufzutauchen und das Opfer mit Äther zu betäuben. Dazu kam es nicht, weil der 38-Jährige Verdacht schöpfte und flüchtete.

"Die Tat ist letztendlich ohne Mitwirkung des Angeklagten vollendet worden", hielt der Richter dem Angeklagten zugute. Der 57-jährige Komplize, der standhaft behauptet hatte, sich an nichts mehr zu erinnern, wir nun aus der Beugehaft entlassen.wib

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