Ein Festtag für die Landfrauen

- VON KATHRIN HAUSER Weilheim - Ernstes und Lustiges, Süßes und Deftiges, Andächtiges und Unterhaltsames: Beim Landfrauentag 2006 - zu dem am gestrigen Dienstag rund 300 Landfrauen aus dem Altlandkreis nach Weilheim kamen - war wieder viel geboten. In diesem Jahr gestalteten die Forster Bäuerinnen das Rahmenprogramm.<BR>

<P>Mit einem feierlichen Gottesdienst begann der Landfrauentag, der so viele Bäuerinnen in die faschingsmäßig geschmückte Weilheimer Stadthalle gelockt hatte, dass nahezu jeder Platz besetzt war: "Wir haben uns das Leben aus der Hand nehmen lassen", lautete das Thema beim Gottesdienst mit dem Weilheimer Stadtpfarrer Hans Appel. Der ermunterte die Frauen, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen - auch wenn das angesichts der oft hohen Schulden und der vielen Vorschriften für Landwirte schwierig erscheine.<P>Ausgesucht hatten sich die Forster Bäuerinnen dieses Thema, "weil es das ist, was uns am meisten beschäftigt und wo sich etwas ändern muss", wie die zweite Forster Ortsbäuerin, Maria Unsinn, sagte. Seit Mitte vergangenen Jahres haben rund 35 Forster Frauen den Tag für die Landfrauen vorbereitet. Sie haben für Tischschmuck gesorgt, Lieder für den Gottesdienst ausgesucht und einstudiert und auch Sketche geprobt.<P>Die Mühe hat sich gelohnt: Es gab viel zu lachen - etwa bei dem Tagebuch eines Preußen, der Forst nach einem Jahr wieder den Rücken kehrt; viel zu besprechen zwischen den Programmpunkten, viel zu essen - "heute müssen wir nicht kochen", freute sich Kreisbäuerin Christa Off bei der Begrüßung. Es gab Grußworte etwa vom Bundestagsabgeordneten Alexander Dobrinth oder dem zweiten Weilheimer Bürgermeister Ingo Remesch, und es gab auch Denkanstöße. Er sei besorgt darüber, dass im Landkreis immer weniger Kinder zur Welt kämen, sagte Landrat Luitpold Braun. "In den vergangenen zehn Jahren ist die Geburtenzahl um 500 gesunken." Das Leben in die Hand zu nehmen bedeute, auch es weiter zu geben.<P>Auf die Situation der Familien ging auch CSU-Bundestagsabgeordnete und Ex-Bundesministerin Gerda Hasselfeldt in ihrem Referat zum Thema "Wert-volle Gesellschaft - Utopie oder Vision", ein. Vieles habe sich verändert in den vergangenen Jahrzehnten, erklärte die Politikerin, die größte Veränderung hätten dabei die Familien erfahren. Die Großfamilie, die von Werten wie Rücksichtnahme und gegenseitiger Verantwortung geprägt gewesen sei, sei Patchworkfamilien und Einelternfamilien gewichen. Es sei "höchste Zeit, darüber nachzudenken, was wir in unserer Gesellschaft wollen. Wir können alles vergessen, wenn wir Kindern nicht den höchsten Stellenwert beimessen", so Hasselfeldt.<P>So reichhaltig war das Programm, dass der Tag zu dem wurde, was sich Off in der Begrüßung gewünscht hatte: nämlich zu einem Festtag.<P>

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