Fünf Jahre Haft für Hausbesetzer nach Steinwürfen auf Polizisten

München - Drei Hausbesetzer sind am Donnerstag in München wegen versuchten Totschlags zu je fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Die Jugendstrafkammer des Landgerichts I sah es als erwiesen an, dass die 17 bis 19 Jahre alten Jugendlichen einen Polizisten mit Steinen beworfen hatten, obwohl er bereits verletzt am Boden kauerte.

Die Punks hatten im Juni 2007 ein Abbruchhaus besetzt und Barrikaden errichtet. Als die Polizei anrückte, warfen sie Pflastersteine. Vier Beamte wurden verletzt. Einer von ihnen erlitt einen Brustwirbelbruch. Die Jugendlichen hatten sich nach der Tat entschuldigt und angeboten, Schmerzensgeld zu zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Während der Urteilsbegründung kam es bei den Zuhörern zu einem Tumult. "Ihr seid Spitze!" rief eine Sympathisantin der Angeklagten. Eine andere schrie, die Justiz werde es "am Ende zurückkriegen". Etwa ein Dutzend junger Zuhörer wurden daraufhin aus dem Sitzungssaal entfernt.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die jungen Männer eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren gefordert. Bei dem Mädchen entsprach das Gericht den Forderungen der Anklage. Laut Urteil hatte das Trio innerhalb von 2 Minuten 29 Steine auf die Beamten geworfen. Ein Polizeibeamter wurde getroffen, als er nach einem Sprung von einer Mauer verletzt und wehrlos am Boden kauerte. "Das ist jedenfalls ein versuchter Totschlag", sagte die Vorsitzende Richterin Rosi Datzmann. Beim Strafmaß berücksichtigte das Gericht, dass die Angeklagten sich entschuldigt und im Wege des Täter-Opfer-Ausgleichs eine Entschädigung angeboten hatten. Auch habe die "Gruppendynamik" bei der Tat eine Rolle gespielt, so Datzmann.

Den Angeklagten wurde eine Verbüßung von nur drei Jahren ihrer Strafen in Aussicht gestellt. Die Strafe sei so bemessen, dass die jungen Leute in der Jugendhaftanstalt eine Ausbildung absolvieren können. Das Mädchen könne seinen Schulabschluss nachholen. Die Verurteilung sei für die drei eine Chance, befand das Gericht.

dpa

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