Vor dem Fußball rollt stets die Blechlawine an

- VON SVEN RIEBER Fröttmaning - Beschaulich ist das Leben in der Auensiedlung - doch wehe, in der nahen Allianz Arena wird Fußball gespielt. Spätestens eine Stunde vor Anpfiff ist dann das kleine Wohngebiet an der Freisinger Landstraße komplett zugeparkt. Anwohner ohne eigene Garage brauchen erst gar nicht mehr zu versuchen, ihr Auto abzustellen. Mit einem offenen Brief an Oberbürgermeister Christian Ude versucht die Interessengemeinschaft Auensiedlung e.V. nun Gehör zu finden.<BR>

<P>"Bei allen Präsentationen hat uns Herr Ude versprochen, dass die Infrastruktur des neuen Stadions so konzipiert werde, dass es für Anlieger keine Beeinträchtigungen durch Parkplatz suchende Fans geben werde", erinnert sich Wolfgang Völkner, Vorsitzender der Interessengemeinschaft. Doch in der Realität schaffen sich die Fußball-Fans ihre eigene Infrastruktur. Mittlerweile wird die Siedlung auf Fan-Seiten im Internet sogar als Geheimtipp gehandelt. Dort gelistete Vorzüge: nur 20 Minuten Gehweg zum Stadion, sofortige Abfahrt nach den Spielen möglich - und das ohne jegliche Parkgebühren.<P>Für die rund 650 Bewohner der Auensiedlung ist besonders ärgerlich, dass ihre Straßen ganz klar als "Anlieger-Bereiche" gekennzeichnet sind, sich die Fans aber nicht im geringsten darum scheren. Entsprechend verhasst sind diese mittlerweile - lautstarkes Auftreten mit Fahnen und Gesängen bei An- und Abreise tut da ein übriges. Ihr Schicksal teilen die Siedlungsbewohner mit dem benachbarten Islamischen Zentrum an der Wallnerstraße. Die rund 50 Parkplätze an der Moschee sind auch sofort von Stadion-Besuchern belegt, wenn dort der Ball rollt.<P>Polizei sieht keine Kontroll-Möglichkeit <P>"Wir haben schon mehrmals die Polizei auf die Fremdparker aufmerksam gemacht", sagt Völkner. Es sei aber mangels Personal nicht möglich, das Gebiet zu kontrollieren, sei als Antwort gekommen. "Stattdessen wurde uns empfohlen, die Falschparker anzuzeigen", sagt Völkner. "Die meisten Anwohner schrecken vor dieser ,Blockwartmentalität` aber zurück." Zumal sie bei einer möglichen Gerichtverhandlung sogar als Zeugen auftreten müssten.<P>Die Bewohner der Auensiedlung fordern nun von der Stadt und dem Innenministerium, die Einfahrt zur Siedlung endlich zu kontrollieren. "Millionen von Euro wurden in die Infrastruktur für das neue Stadion gesteckt, da kann es doch nicht sein, dass es jetzt keine Möglichkeit gibt, die einfachsten Interessen der Anwohner zu gewährleisten", sagt Völkner.<P>

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