Gelben Sack wieder aufgemacht

- VON MICHAEL SEEHOLZER Kirchseeon - Ein bisschen Angst vor der eigenen Courage haben die Kirchseeoner Gemeinderäte bekommen: In der Sitzung am Montagabend wurde Bürgermeister Udo Ockel deshalb beauftragt, im Landratsamt nachzufragen, ob es wohl Folgen für den ganzen Landkreis Ebersberg hätte, wenn das Gremium seine bereits getroffene, positive Entscheidung für den Gelben Sack revidieren würde. "Wir wollen nicht das Zünglein an der Waage sein", so Ockel.<BR>

<P>Der Beschluss, die Kreisbehörde um Aufklärung zu bitten, erfolgte einstimmig. Das ist deshalb interessant, weil in der ersten Abstimmung die Ratsmitglieder der CSU und der Grünen für die Einführung des Gelben Sackes votiert, SPD und Freie sich hingegen vehement für die Beibehaltung der jetzigen Containerlösung ausgesprochen hatten. Die Abstimmung darüber fiel damals äußerst knapp aus. Ursprünglich waren die Kirchseeoner Ratsmitglieder aber davon ausgegangen, dass es nur eine einheitliche Lösung für den ganzen Landkreis geben wird. Das sei von der DSD so signalisiert worden, wurde auch auf einer Kreisversammlung des Bayerischen Gemeindetags deutlich gemacht. Von dieser Haltung ist die Gesellschaft jetzt aber abgerückt. Und vor diesem Hintergrund sind sich einige Ratsmitglieder ihrer Sache nicht mehr sicher, wollen andererseits aber nicht "schuld" daran sein, dass der Gelbe Sack womöglich für den ganzen Landkreis gekippt wird. "Eine Einführung in der Gemeinde Kirchseeon würde der DSD in die Gebietskulisse passen", so Ockel.<P>In dem Verfahren gibt es derzeit noch eine Reihe weiterer Unwägbarkeiten. Drei Kommunen haben nämlich noch keinen Beschluss darüber gefasst, welche Lösung sie für ihre Bürger wollen. Nach Kenntnisstand von Ockel ist die Entscheidung dieser drei Gemeinden pro Einführung des Gelben Sackes aber überhaupt die entscheidende Voraussetzung dafür, dass die DSD sich zu einer Mischlösung im Landkreis breitschlagen lässt. "Die sitzen ganz schön auf dem hohen Ross", kritisierte der Bürgermeister. "Aus dem Gefühl heraus" glaubt Ockel aber nicht, dass der Kirchseeoner Rat noch einmal eine Entscheidung für die Einführung der neuen Entsorgungsmöglichkeit fällen würde. Andererseits haben einige Ratsmitglieder Bedenken, dass die Gemeinden, die sich für den Gelben Sack ausgesprochen haben, über die Entscheidung in Kirchseeon "enttäuscht sein könnten". Sollten die Verhandlungen mit der DSD zu keiner positiven Entscheidung führen, würden nur die Gemeinden im Landkreis Ebersberg den Gelben Sack zur Entsorgung behalten, die ihn schon länger eingeführt haben. "Dann macht die DSD vermutlich den Gelben Sack zu", so Ockel.<P>

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