Gemeinde Zorneding trauert um Erich Sechser

- 2. Bürgermeister a. D. im Alter von 77 Jahren verstorben

VON JOHANNES DANNER Zorneding - Ein altbayerisches Herz hat am Mittwochmorgen für immer aufgehört zu schlagen. Erich Sechser, langjähriger 2. Bürgermeister, starb im Alter von 77 Jahren. Die Gemeinde Zorneding verliert damit einen Kommunalpolitiker, der viel für das Gemeinwesen getan hat und - wenn es sein musste - dafür keiner Schwierigkeit aus dem Weg ging.

In den letzten Jahren war es allerdings sehr still geworden um den Oberstaatsanwalt a.D. Zum letzten Mal wurde Erich Sechser Ende November 2000 bei einer Ausstellung im Zornedinger Rathaus gesehen, dort wo er in früheren Jahren fast schon zuhause war.

Erich Sechser wurde am 25. November 1925 als Sohn eines aktiven Offiziers in München geboren. Schon als Jugendlicher, im zarten Alter von 13 Jahren, wusste er genau, was er einmal werden wollte: Jurist. Nach dem Jurastudium trat er 1957, im Alter von 32 Jahren, in den bayerischen Justizdienst ein, beginnend bei der Staatsanwaltschaft München. Was dann folgte, war eine Bilderbuchkarriere als Straf-, Zivilrichter und als Oberstaatsanwalt.

Im Jahr 1960 kehrte die Familie Sechser München den Rücken und zog nach Zorneding. Sechs Jahre später gelang dem CSU-Mann der Sprung in den Gemeinderat. 1972, im Jahr der Olympischen Sommerspiele von München, wurde er zum 2. Bürgermeister von Zorneding gewählt. Ein Amt, das er 18 Jahre lang innehaben sollte. Als Erich Sechser damals neben Bürgermeister Rudolf Weinberger (Freie Wähler) am Sitzungstisch Platz nahm, herrschten im Zornedinger Rathaus - personell und finanziell - eher chaotische Zustände. Die Gemeinde war damals nicht einmal in der Lage, die Zinsen für aufgenommene Darlehen zu entrichten. Im Laufe der Jahre schafften es Sechser, der Gemeinderat und das Rathausteam, die Finanzen nicht nur zu konsilidieren, sondern sogar noch ein Finanzpolster von zwölf Millionen Mark anzulegen. Wie macht man so etwas? Sechser krempelte die Ärmel hoch, ergänzte und wechselte teilweise das Personal im Rathaus aus, verordnete den Bediensteten - und sich selbst - jede Menge Feierabend- und Wochenendarbeit - bis das Zornedinger Gemeindeschiff wieder flott war.

In Sechsers Amtszeit fielen folgende Großprojekte: Der Bau des Tagwasserkanals und die Sportanlage an der Bucher Straße. Beide Einrichtungen tragen weitgehend die Handschrift des Oberstaatsanwalts a. D.

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