Germering in "Asche und Feuer"

- Treffpunkt Stadthalle: Guido Zingerl präsentiert seinen neuen Zyklus

VON WERNER DREHER Fürstenfeldbruck / Germering - Guido Zingerl vollendet derzeit einen neuen Zyklus. 29 Tusche-Zeichnungen und 13 Acrylgemälde fügen sich unter dem Titel "Asche und Feuer" zu einer Pathographie der neuen Machteliten. Die Werke sind ein gezeichnetes und gemaltes Gegengift wider die "fröhlichen Urständ" von Unrecht und Gewalt, Unmenschlichkeit und Barbarei. Der Zyklus wird vom 16. Januar bis 2. März 2003 in der Stadthalle Germering ausgestellt.

Zingerl, der am 19. Januar nächsten Jahres seinen 70. Geburtstag feiert, stellt in der neuen Bilderfolge apokalyptisch dar, wie das "Planet Management" - Sammelbegriff für die neuen Machteliten in der globalisierten Welt - nach dem schrecklichen Vorbild Hitlers den globalen Exitus herbeiführt. Das "Planet Management" ist die Nahtstelle zwischen Zingerls Bildern und Carl Amerys Essay über "Hitler als Vorläufer. Auschwitz - der Beginn des 21. Jahrhunderts?".

Überlebensfragen gestellt

Hier geht es um die Überlebensfrage in einer Welt der begrenzten Ressourcen, der Umweltzerstörung und der Überbevölkerung. Hier wird offen gelegt, wie eine neue Herrenrasse danach trachtet, sich durch Globalisierung der Hitlerformel Größe und Macht in einer darwinistisch funktionierenden Welt zu sichern.

Der Zyklus "Asche und Feuer" ist in sechs Sequenzen gegliedert und beginnt mit einem einleitenden Rekurs auf die nationalsozialistische Vergangenheit: "Auschwitz war erst der Anfang." Die anschließenden "Post Bellum"-Zeichnungen wirken wie freigelegte Originalansichten der "Alten Kameraden" in allen Führungsschichten, die ein halbes Jahrhundert lang unter dick aufgetragenen Trugbildern und Übertünchungen verborgen lagen. In der dritten Sequenz heißen uns Krake und Gartenzwerg zu einer topographischen Führung durch deutsche Leitkultur-Landschaften willkommen: "Deutschland, Deutschland über alles."

"Geld kann man nicht essen", überschreibt Zingerl den vierten, fundamentalen Bereich über die neue infernalische Weltordnung. Die Bilder entschleiern die Skrupellosigkeit einer weltweit durchgesetzten Verschleißwirtschaft, die nur auf Profit zielt. Das neue Auflodern der gleichen Triebkräfte und ihr unveränderliches Zerstörungspotential sind Kernthema der fünften Folge "Feuer und Asche." Hier ist in Zeichnung und Acryl das "Planet Management" Schlüsselmotiv. In weiter Perspektive eröffnet sich ein Planetarium, aus dem die trudelnde Umlaufbahn unserer Welt hervortritt.

Zutiefst skeptische Schlüsselbilder

"Ja und Amen", "Vergebliche Hoffnung" und "Das Ende der Trauer" lauten die Titel zutiefst skeptischer Schlussbilder. Zu Guido Zingerls neuem Zyklus "Asche und Feuer" ist ein Kunstband mit allen 29 Grafiken und 13 Acrylbildern in Vorbereitung.

Die Bildaussagen werden in Zitaten aus Dichtungen, zeitgeschichtlichen und philosophischen Schriften vertieft. Ein Geleitwort von Professor Peter Ronge vervollständigt die Publikation. Voraussichtlich wird diese bereits heuer im Spätherbst erscheinen.

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