Geschäftsflieger: Bocklet feilt an Formulierung

- VON ULI SINGER Oberpfaffenhofen - Jetzt hat sich auch der CSU-Landtagsabgeordnete Reinhold Bocklet in die Diskussion um den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen eingeschaltet. Er habe interveniert und erreicht, so Bocklet, dass das Konzept des Landesentwicklungsprogramms noch einmal überarbeitet wird. In dem Papier soll explizit festgeschrieben werden, dass es in Oberpfaffenhofen weder Linien- noch Charterflugverkehr geben wird.<BR>

<P>Ein einziger Satz im Landesentwicklungsprogramm (LEP) zum Thema Flughafen Oberpfaffenhofen hat eine Lawine von Protesten ausgelöst. Wie berichtet, wurde dort die Option frei gehalten, den Flughafen Oberpfaffenhofen für Geschäftsflieger zu öffnen. Der fatale Beisatz lautet, dass damit auch der Flughafen München II entlastet werden soll. Hier setzten die Flughafengegner an und prognostizierten mit Öffnung für Geschäftsflieger gleichzeitig auch einen freien Flug für künftige Linien- und Chartermaschinen. Misstrauen weckte unter anderem, dass stets von einem qualifizierten Geschäftsreiseflugverkehr die Rede ist, wenngleich dieser Begriff rechtlich keine Bedeutung hat.<P>In einer Presseerklärung teilte Reinhold Bocklet gestern mit, dass durch eine Klarstellung im LEP der Bevölkerung die Angst genommen werden könne. "Es zeichnet sich durch die Überarbeitung des Entwurfs durch die Staatsregierung ab, dass in Oberpfaffenhofen Linien- und Charterflugverkehr definitiv ausgeschlossen werden." Auch für Cargoflieger sei im Rahmen des qualifizierten Geschäftsreiseflugverkehrs kein Platz, versichert Bocklet. Laut seinen Worten soll die Überarbeitung des Konzepts noch im Februar über die Bühne gehen und dann noch einmal dem Landtag zur Abstimmung vorgelegt werden.<P>Einmalige Chance<P>zur Ansiedlung<P><P>Bocklet, der im federführenden Wirtschaftsausschuss Berichterstatter für das Landesentwicklungsprogramm sitzt, weist in seinem Statement aber auch auf die große Bedeutung des Sonderflughafens für die Luft- und Raumfahrtforschung und -industrie hin. "Ohne den Flughafen hätte das DLR nicht den Zuschlag für das Kontrollzentrum Galileo bekommen." Durch das Kontrollzentrum biete sich eine einmalige Chance zur Ansiedlung von Anwenderfirmen und dadurch auch für zusätzliche Arbeitsplätze. Zugeständnisse macht Bocklet, was eine Kontrolle der Flugbewegungen angeht. Seiner Meinung nach reiche der 1998 vor Gericht geschlossene Vergleich nicht aus, wonach der Flugverkehr nur über ein Lärmkontingent geregelt werde. Nach Ansicht Bocklets muss das LEP über die rechtlich bestehende Festlegung dahingehend ergänzt werden, "dass zum Schutz der Bevölkerung dafür zu sorgen ist, dass durch Flugbeschränkungen das Auftreten von gesundheitsgefährdendem Fluglärm ausgeschlossen wird".<P>

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