Gezerre um neuen Leiter im Jugendamt

- Weil die Qualifikationen der vier verbleibenden Bewerber umstritten sind, gestaltet sich die Suche nach einem Nachfolger für den im Juni scheidenden Jugendamtsleiter Hubertus Schröer schwieriger als angenommen. Von der Tagesordnung des am heutigen Dienstag tagenden Kinder- und Jugendhilfeausschusses wurde der Punkt "Besetzung der Stelle der Leitung des Stadtjugendamtes" kurzerhand gestrichen. Stadträtin Jutta Koller (Grüne) bestätigte gegenüber dieser Zeitung, dass es in der Fraktion der Grünen "Überlegungen zu einer Neuausschreibung der Stelle" gegeben hatte. Diese seien aber nicht mehrheitsfähig gewesen.<BR>

"Es besteht intensiver Diskussionsbedarf" <P>Eigentlich hätte der Ausschuss heute eine Empfehlung für einen Kandidaten aussprechen sollen, damit die Vollversammlung am 12. Februar endgültig über die Nachfolge abstimmen kann. Es bestehe aber noch "intensiver Diskussionsbedarf", so Koller. Im Sozialreferat heißt es, man sei "noch zu keiner Entscheidungsfindung" gekommen und wolle "nichts übers Knie brechen". Von ursprünglich sechzig Bewerbern auf die bundesweit ausgeschriebene Stelle sind derzeit noch vier in der Endrunde: Eine weibliche Führungskraft des Deutschen Roten Kreuzes, der Leiter eines hessischen Stadtjugendamtes, die Geschäftsführerin einer bayerischen Behinderteneinrichtung und ein Diplomphysiker, der zurzeit Direktor einer Behindertenstiftung in Thüringen ist. Wie berichtet, waren an der Eignung des Thüringers für das Amt bereits Zweifel geäußert worden.<P>"Es haben Kandidaten zurückgezogen, auf die wir große Hoffnungen gesetzt haben", erklärt Koller. Die als Favoritin gehandelte Uta Schwarz-Österreicher, die bei der Stadt Tübingen den Fachbereich Familie, Schule, Sport und Soziales leitet, hatte bereits im Dezember ihre Bewerbung zurückgenommen. Nun wolle der Ausschuss die Kandidaten noch einmal genauer unter die Lupe nehmen. Koller: "Die Entscheidung muss um einen Monat verschoben werden."<P>Caroline Wörmann<P><P>

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