Festnahme im Mordfall Peggy

Festnahme im Mordfall Peggy

Gipfelstürmer ohne Sauerstoff-Gerät

- VON WOLFGANG KUNZ Mittenwald - Alle Höhen und Tiefen meistern, in guten wie in schlechten Zeiten - Das Versprechen gibt sich ein jedes Ehepaar vor dem Traualtar. Alexandra und Matthias Robl haben dieses nun sogar eindrucksvoll in die Tat umgesetzt, als sie sich im fernen Asien einen Traum erfüllten: Das Bergsteiger-Ehepaar aus Mittenwald bezwang nämlich gemeinsam den 8201 Meter hohen Cho Oyu im Himalaya. "Für mich war es der erste Achttausender in meinem Leben", erzählt die 29-Jährige voller Stolz. <BR>

Dabei wurde die "Göttin des Türkis" - so nennen die Einheimischen wegen der dort vorkommenden Edelsteine den Berg - von den beiden Alpinisten sogar ohne Sauerstoff-Gerät bezwungen. Robl war Expeditionsleiter einer neunköpfigen Gruppe des Deutschen Alpenvereins, seine Frau Alexandra war als Krankenschwester eine wichtige Begleiterin. Von Kathmandu in Nepal ging es zunächst per Bus nach Tibet ins Basislager auf 5700 Meter Höhe.<P>Von dort aus kämpfte sich die Gruppe über drei Zwischenlager auf den 8201 Meter hohen Gipfel. Das bis zu 20 Kilogramm schwere Material und die Verpflegung musste jeder selbst tragen. "Als Sauerstoff war nur eine Flasche für den Notfall dabei", erklärt der 34-jährige Robl, seine Philosophie, ohne künstlichen Sauerstoff zu klettern. "Entweder wir schaffen es ohne oder wir kehren um."<P>Trotz Kreislaufproblemen erreichte auch seine Gefährtin das große Ziel. "Nach dem Aufstehen musste ich mich nach 20 Schritten hinsetzen", berichtet Alexandra Robl, "später schaffte ich 50 Meter." Dort oben zu stehen sei "wahnsinnig schön" gewesen. Neben einer Schweizerin bezwang die gebürtige Walsertalerin erst als zweite Frau den Cho Oyu. Für deren Ehemann Matthias, der den Ruf eines Extrembergsteigers und Eiszapfenkletterers genießt, war dieses Abenteuer offenbar noch nicht Herausforderung genug. Nach dem Rückflug seiner Frau wollte er noch alleine und ebenfalls ohne Sauerstoff-Gerät keinen Geringeren als den Mount Everest erklimmen.<P>Vor zwei Jahren war der Hauptfeldwebel aus dem Standort-Sanitätszentrum in der Edelweißkaserne bei seinem ersten Alleingang über die Nordflanke 300 Meter unterhalb des Gipfels wegen eines Wettersturzes gescheitert. Auch der zweite Versuch schlug nun fehl. Diesmal lag es nicht am Wetter, sondern an der Bürokratie. Die spielte nicht mit, so Robl: "Die einheimische Agentur hat trotz Bezahlung die erforderliche Genehmigung von dem chinesischen Offizier für Lizenzvergaben nicht erhalten." Jetzt hofft er auf Rückzahlung und steckt sich andere Ziele: Den Everest werde er wohl aus den Augen verlieren. Doch halb so schlimm, denn "im nächsten Jahr gehe ich nach Pakistan, auch dort gibt es schöne Achttausender."<P>

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