Gotteshäuser im Stil der Zeit errichtet

- VON HANS OBERMAIR Glonn - Am Samstag, 22. Januar, wäre Hans Heps 90 Jahre alt geworden. Geboren wurde er in München. Noch ehe er zur Welt kam, fiel sein Vater im Krieg. Damit die Mutter einem Broterwerb nachgehen konnte, kam er im Alter von 14 Tagen zur Tante nach Glonn, der Frau des Schmieds Obermair. Mit seinen Geschwisterkindern verbrachte er in Glonn Kindheit und Jugend. Und wie man erzählt, konnte er lange nicht verstehen, warum er sich Heps schrieb, obwohl er sich als Teil der Familie des Schmieds Obermair fühlte.<BR>

<P>Später durfte der aufgeweckte und gescheite Bub das Gymasium besuchen, erst in Burghausen und dann in Traunstein. Nach dem Reichsarbeitsdienst begann das Studium in München und Freising, unterbrochen durch sechs Kriegsjahre. Als er 1944 in der Normandie einen sinnlosen Einsatz verweigert, soll er vor`s Kriegsgericht. Wegen einer Verletzung und anschließender Gefangenschaft in Amerika blieb ihm dies erspart. Diesem Umstand verdankt er vermutlich sein Leben.<P>Ab 1945 wieder in München studierend, konnte Hans Heps 1948 seine Diplomingenieursprüfung machen. Später war er dann in der Staatsbauverwaltung als Regierungsbaumeister bayernweit eingesetzt. 1953 gewann er den Wettbewerb zum Bau der Kirche in Stockdorf bei München. Es folgten 1957 Kirche und Pfarrzentrum in Bayerisch-Gmain. Das Ordinariat München-Freising wurde auf ihn aufmerksam und berief ihn 1959 zum Leiter des Erzbischöflichen Bauamtes. Neben der Restaurierung und Sicherung von hunderten von Kirchen, entstanden in den Folgejahren Kirchen in Hohenpeissenberg, Kirchdorf am Inn, Ebenhausen, Wörnsmühl im Leitzachtal und Münsing, die Hans Heps entworfen hatte.<P>Drei Erzbischöfen hat er gedient: den Kardinälen Wendel, Döpfner und Ratzinger. Letzterer hat ihn sogar zu einem Rombesuch eingeladen.<P>Hans Heps, der 1994 verstarb, war ein genialer Baumeister. Seine Werke hat er im Stil seiner Zeit gestaltet und gebaut und wer ihn kannte, wird bestätigen, auch zum Lobe Gottes. Gerne besuchte er Glonn und das Schmiedanwesen, in dem er groß geworden war.<P>An seinem 90. Geburtstag wird um 19 Uhr anlässlich eines Gedenkgottesdienstes in der Glonner Pfarrkirche des großen Kirchenbaumeisters gedacht.<P>

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