"Greifbare Kultur" beim Lesefestival auf Gut Hub

- VON NADJA HOFFMANN Penzberg - Wenn kommende Woche zum dritten Mal die "Max-Kruse-Tage" auf Gut Hub gefeiert werden, gibt es im Rahmen des Lesefestivals ein Novum in Penzberg: Erstmals wird der Kinder- und Literaturpreis "Penzberger Urmel" vergeben. Preisträger Kurt Bracharz wird in der Stadt erwartet. Die Geschichte seines Buches wird mit Tanz, Text und Ton aufgeführt. Aber auch die anderen Bücher, die bei der Kinder-Jury gut abgeschnitten haben, gehen ins Festivalprogramm ein. Organisatorin Gisela Geiger und die Stadt Penzberg haben es jetzt offiziell vorgestellt.<BR>

<P>Kreativ-Mittelpunkt der "Max-Kruse-Tage" vom 10. bis zum 12. Juni sind auch heuer die Werkstätten, zu denen Kinder und Jugendliche am Festival-Samstag eingeladen sind. Gewerkelt wird in diesem Jahr zum Thema "Tierfiguren in Büchern". Während die kleinen und größeren Besucher in zwölf Werkstätten künstlerisch Gelesenes umsetzen können (mindestens 14-Jährige sind eingeladen, eine große Plastik zu schweißen), dürfen sich Eltern in der Kinderküche verwöhnen lassen. "Kultur ist in den Werkstätten nicht frei schwebend, sondern greifbar", sagte Gisela Geiger im Pressegespräch.<P>Während des Werkelns bleibt Zeit für literarische Pausen: Immer wieder finden an diesem Nachmittag Lesungen statt, zu denen auch "Urmel"-Preisträger Kurt Bracharz erwartet wird.<P>Der Österreicher wird am Festival-Sonntag im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Ihm wird der mit 2000 Euro dotierte "Kinder- und Literaturpreis der Stadt Penzberg und der Vereinigten Sparkassen" verliehen (siehe Kasten). Wie berichtet, hatte der in Penzberg lebende Autor Max Kruse beim Lesefestival 2003 die Idee zu dem Preis. Er selbst gehörte einer Erwachsenen-Jury an, die die Auswahlliste zusammenstellte. Eine Kinder-Jury kürte Bacharz` "Wie der Maulwurf beinahe in der Lotterie gewann" zum Gewinnerbuch.<P>Aber nicht nur dem "Maulwurf" gilt beim Lesefestival das Interesse. Auch "Lippels Traum" von Paul Maar, das die Kinderjury für etwas ältere Kinder besonders gelungen hielt, wird von der Penzberger Kindertheatergruppe aufgeführt. Den "Schicksalsgefährten" von Michael Morpurgo, die die älteren Kinder in der Jury ebenso überzeugten, wird ein eigener Lesenachmittag gewidmet.<P>Ziel der "Max-Kruse-Tage" wie auch des "Urmel"-Wettbewerbs ist laut der zweiten Bürgermeisterin Regina Bartusch, das Lesen bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. "Es gibt wenig Kulturbetrieb für Kinder", sagt Gisela Geiger in Bezug auf fehlende Buchrezensionen und Sendungen. Ihren Worten nach sollen Kinder nicht mit dem Lesen allein gelassen werden. Die Buch-Besprechungen im Rahmen des "Urmel"-Wettbewerbs und jetzt beim Festival sollen Leseberatung für Kinder, Eltern und Großeltern sein.<P>

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