Grenzwerte schützen nicht vor Schäden

- Pröll referiert über Mobilfunk

Moosen (dif) - "Wie viele Leute hier im Raum besitzen ein Handy?", mit dieser Frage leitete Hermann Pröll seinen Vortrag "Macht Mobilfunk krank?" am Donnerstagabend im Pfarrheim in Moosen ein. Alle 20 Zuhörer, im Saal hoben auf diese Frage ihre Hand. "Wer glaubt, dass vom Handy eine Gefahr ausgeht?", so die zweite Frage. Hier waren sich die Zuhörer nicht mehr so sicher, und nur vereinzelt gingen die Hände in die Höhe. Pröll stellte daraufhin dar, dass die thermische Wirkung von Mobilfunk schädlich sein kann.

"Bei der Strahlung von Mobil-Telefon und Antenne bewegen wir uns im Bereich der Mikrowellenstrahlung, die eine thermische Wirkung hat", erklärte Pröll. Wärmestrahlung auf den biologischen Mechanismus habe eine Änderung der Zelle zur Folge. Und durch die "Pulsung" der Handy-Strahlen sei der Körper ständig einem Vielfachen von Strahlen in nächster Nähe ausgesetzt.

Ein Zuhörer legte Widerspruch ein und wies auf die wesentlich höheren Strahlungen von Rundfunk- und Fernsehantennen hin. Pröll entgegenete: "Entscheidend ist nicht die Strahlungs- und Frequenzleistung, sondern wie empfindlich die biologische Wirkung auf die Körperzellen ist". Der Referent wies hierzu auf die Aussage von Dr. Hellmut Koch, Präsident der bayerischen Ärztekammer, hin: "Die heutigen Grenzwerte schützen nicht ausreichend vor Elektrosmog. Wir wissen, dass gepulste Strahlung biologisch besonders aktiv ist."

Es gäbe einige Studien, die einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Krebsrisiko und Handynutzung feststellten. Doch Fakt sei auch, dass menschliche Organismen nie gleich reagieren. Und das mache die Beweisführung so schwierig, bekannte Pröll. Er zitierte auch aus einer Studie, die für die niederländische Regierung erstellt wurde. Das Resümee: "UMTS-Strahlung verursacht Tinitus, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit."

Der Grünbacher hat in München Physikalische Chemie studiert und ist seither im Bereich Umweltschutz tätig. Zwei Jahre lang hat er wissenschaftliche Artikel und Studienergebnisse zur Strahlung von Mobilfunkantennen und Handys gesammelt. Er stellt nun seine Schlussfolgerung im Rahmen des Kreisbildungswerkes Erding der Bevölkerung rund um Dorfen und Erding vor.

Auf die Nachfrage aus der Zuhörerschaft, wo denn ein annähernd verträglicher Standort für eine Mobilfunkantenne sei, sagte Pröll: "Ganz raus aus Dorf und Stadt." Damit seien die Bürger am geringsten belastet.

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