Große Sorgen über kinderlose Zukunft

- Dorfen (msr) - "Wenn ich kein Kind mehr in die Welt setzen will, gebe ich die Zukunft auf", warnte der Bundestagsabgeordnete Max Lehmer auf dem Neujahrsempfang der Dorfener CSU. Das Thema Kinder und Soziales zog sich wie ein roter Faden durch den Abend in der Aula der Dorfener Zentralschule. "Waren es früher durchschnittlich nur sechs Jahre, in denen Rente gezahlt wurde, sind es momentan 21 Jahre. Wie soll das nur finanziert werden?", gab der Bundestagsabgeordnete zu Bedenken.<BR>

"Ein Stück Scheinheiligkeit" im Bereich der Schaffung von neuen Kindergartenplätzen sieht Landrat Martin Bayerstorfer. "Allein mit neuen Kindergärten werden wir es nicht schaffen, mehr Kinder zu haben", betonte er. Von drei Hochschulabsolventinnen seien nach seinen Worten zwei nicht mehr dazu bereit, Kinder zu haben.<P>Dorfens Bürgermeister Josef Sterr würdigte das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger und machte deutlich, dass das Ehrenamt "einen wichtigen Grundpfeiler des sozialen Lebens" darstelle. Im sozialen Bereich sprach der Bürgermeister vom "Wegbrechen lang vertrauter Regelungen" und der Verunsicherung in vielen Bereichen. "Die jungen Menschen hierzulande schätzen Orientierungspunkte und bleibende Werte besonders."<P>CSU-Ortschef Ferdinand Zilcher sprach von einem "gesteigerten Problembewusstsein" als wichtige Voraussetzung dafür, dass die Politik "die großen Regelkreisläufe richten wird, die jetzt noch nicht rund laufen". In Bezug auf den Ortsverband Dorfen meinte er: "Wir wollen in dieser Zeit des politischen Umbruchs mitgestalten, so wie es ein kleines Rädchen tun kann, das im großen Getriebe der Partei noch nicht so richtig verzahnt ist."<P>Umrahmt wurde der Abend vom Dorfener Blechbläserensemble. Fachsimpeln über Politik und Wirtschaft konnten die rund 100 Gäste am schmackhaften reichhaltigen Landfrauen-Büfett. Weniger reichhaltig war eine CSU-spezifische Dekoration: Nur ein paar unscheinbare Alpenveilchen säumten das Rednerpult.<P>

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