+
Freuen sich auf die Zusammenarbeit (v. l.): Grünbachs Vizepräsident Rudolf Bauschmid, Max Schwaiger und Präsident Josef Mayer.

Interview mit Max Schwaiger

Grünbacher Golfclub-Manager mit 29

  • schließen

Max Schwaiger spricht über seine neue Aufgabe beim Grünbacher Golfclub.

Grünbach – Max Schwaiger ist ein Sportler durch und durch. Er hat in der Landshuter Bayernliga-Jugend gekickt, dann in der Herren-Bezirksliga für die SpVgg Altenerding. Auch in seiner Heimat in Inning und Taufkirchen rühmen sie seine Ballfertigkeit. Inzwischen sind die Bälle kleiner geworden, und es geht auch nicht mehr nur um seinen eigenen Sport. Er hat Sportmanagement studiert, als leitender Redakteur die Radio-Übertragungen von Sport 1 zur Fußball-Bundesliga verantwortet und war im Besuchs- und Eventmanagement in der Allianz Arena tätig. Seit dieser Woche ist Schwaiger Geschäftsführer des Golfclub Grünbach, der neben 800 Mitgliedern auch über ein Dutzend Mitarbeiter (Geschäftsstelle, Gastro und Greenkeperteam) beschäftigt hat – mit nur 29 Jahren. Wir sprachen mit ihm.

-Herr Schwaiger, Sie sind gerade Geschäftsführer geworden und machen gleich erst mal Urlaub?

Max Schwaiger: Der Urlaub war schon länger geplant. Dass ich bereits jetzt als Geschäftsführer beginne, hat einen traurigen Grund.

-Sie sprechen von Ihrem Vorgänger Thomas Drechsler, der vor wenigen Wochen verstorben ist.

Schwaiger: Ja. Ich bin schon seit Jahren Mitglied beim Golfclub Grünbach-Erding. Dort wollte ich mich erkundigen, wie ich mein Sportmanagement-Studium im Bereich des Golfsports beruflich nutzen, und wie ich mich entsprechend weiterbilden kann. Tom hat mir damals mitgeteilt, dass er aus gesundheitlichen Gründen ein wenig kürzertreten will. So ergab sich die Option, sein Amt später zu übernehmen. Deshalb habe ich auch sofort mit dem Studium des Golfbetriebsmanagements begonnen. Die Nachricht von Toms plötzlichem Tod hat uns alle geschockt.

-Wie wichtig war Thomas Drechsel für den Golfclub?

Schwaiger:Er war 17 Jahre hier Geschäftsführer. Er hat den Club geprägt wie kein anderer.

Vom Vorgängerempfohlen

-Und jetzt sollen Sie in seine Fußstapfen treten?

Schwaiger:Ja, ich wurde ins kalte Wasser geworfen, das kann man so sagen. Es wird bestimmt nicht leicht. Aber der Vorstand ist davon überzeugt, dass ich das schaffe. Auch weil ich von Tom empfohlen worden bin. Wir haben in den vergangenen Monaten sehr viele Dinge besprochen und sind sie gemeinsam angegangen. Und ich weiß, dass ich was bewegen kann.

-Erzählen Sie davon.

Schwaiger: Ich möchte den Menschen diesen schönen Sport näherbringen. Ich will Möglichkeiten schaffen, junge Leute noch mehr zu uns zum Golfen zu holen. Ich überlege zum Beispiel, direkt auf die Schulen zugehen und etwas anzubieten, wenn sie gerade ihre Projektwochen haben.

-Also weg vom Image des Alt-Herren-Sports?

Schwaiger: Das gibt’s doch schon lange nicht mehr. Viele Freunde, die mit mir früher Fußball gespielt haben, sind inzwischen genauso begeistert wie ich. Ich zum Beispiel habe erst im Jahr 2011 das Golfspielen erlernt. Vom Hobby ist es für mich inzwischen zur großen Leidenschaft geworden. Wir sollten die Leute direkt ansprechen und ihnen sagen, dass Golf kein elitärer, teurer Sport ist.

Grünbachs Stärke:familiäre Atmosphäre

-Das hört man immer wieder. Aber sind nicht die Beiträge doch sehr elitär?

Schwaiger: Definitiv nicht. Für Neukunden bieten wir ein Übergangsjahr für 990 Euro inklusive Platzreifekurs an. Studenten zahlen 396 Euro, Kinder bis zwölf Jahre 125 Euro. Und wenn deren Eltern Mitglied sind, sind es nur 72 Euro. Es ist uns in Grünbach ein Anliegen, dass wir ein familiärer Club sind. Diese Atmosphäre will ich unbedingt beibehalten. Das ist ja auch das, was unsere 800 Mitglieder schätzen.

-Schaut man nicht neidisch nach Eichenried, wo bei den BMW Open die Weltelite am Start ist?

Schwaiger:Überhaupt nicht. Das ist eine tolle Sache für Eichenried, aber bei uns ist so etwas nicht geplant. Gut möglich, dass wir künftig ein paar Charity-Turniere machen. Zuletzt war auch Bayerns Golfnachwuchs hier. Wir haben schließlich einen tollen 18-Loch-Platz. Aber wir haben auch eine Short-Game-Area mit drei kurzen Löchern zwischen 80 bis 120 Meter für Kinder und Anfänger. Da geht jeder ohne Druck auf dem Platz. Und es macht dich nicht fuchsig, wenn du 20 Schläge brauchst.

-Wieviel Schläge brauchen denn Sie im Schnitt?

Schwaiger:Wir haben eine Par-71-Anlage. Mein bestes Ergebnis waren bisher zehn drüber.

-Klingt nach einem sehr ordentlichen Golfspieler.

Schwaiger:Ich bin inzwischen bei Handicap 14. Ein einstelliges Handicap zu erreichen, das ist das große Ziel.

-Wie oft kommen Sie noch selbst zum Spielen?

Schwaiger: Ich versuche schon, zweimal die Woche draußen zu sein – beim Putten oder auf der Driving Range. Das Schöne bei uns ist ja, dass du sehr flexibel sein kannst.

Den Urlaub um zweiWochen verkürzt

-Ein Geschäftsführer kann sich natürlich die Zeiten aussuchen.

Schwaiger:Nein, nein, ich meine das allgemein. In Grünbach gibt es werktags keine Startzeiten, die man schon eine Woche vorher online buchen muss. Das Zwanglose, dass jeder einfach herkommen kann, macht schon viel aus.

-Das mit dem Urlaub sollten wir noch aufklären.

Schwaiger:Der war eben schon seit längerem gebucht. Eigentlich wären es drei Wochen gewesen. Ich habe jetzt auf eine Woche verkürzt, denn ich freue mich auch sehr auf meine Aufgabe.

Das Interview führte
Dieter Priglmeir.

Auch interessant

Kommentare