Haedke taucht auf: Vorstand der CSU empört

- Nach der Kontroverse um eine zu pompös geratene Geburtstagsfeier für Bezirkschef Otmar Bernhard zeichnet sich für die Münchner CSU erneut Ärger ab. Offenbar bastelt der wegen der Wahlfälscheraffäre in Ungnade gefallene Landtagsabgeordnete Joachim Haedke an einem Comeback. Im Parteivorstand ist man darüber empört.

VON MATTHIAS KRISTLBAUER <P>Joachim Haedke &#8211; gehäuft war dieser Name zuletzt in den Medien aufgetaucht, als das Amtsgericht München und der Untersuchungsausschuss des Landtags die Wahlfälscheraffäre im Ortsverband Perlach aufzuklären versuchten. Haedke war vor Gericht als Drahtzieher der Machenschaften bezeichnet worden, blieb selbst aber rechtlich unbehelligt. Um sich nicht selbst zu belasten, hatte Haedke vor Gericht die Aussage verweigert. <P>Zwar war der Bezirksvorstand mit einem Parteiausschluss Haedkes gescheitert, da der heute 36-Jährige zuvor schon von Parteiämtern ausgeschlossen wurde und eine Doppelbestrafung unmöglich war. Seitdem aber fristet Haedke ein politisches Schattendasein. <P>Ende vergangener Woche meldete er sich nun wieder zu Wort &#8211; und etwas vehementer, als er dies bis zuletzt sporadisch gewagt hatte. Er fordere eine stärkere Verankerung der Großstadtthematik im Grundsatzprogramm der CSU, schrieb Haedke. Darauf werde er im Bezirksvorstand der CSU hinweisen. Dort sticheln Parteifreunde, auf diese &#8222;guten Ratschläge&#8220; habe man gewartet. Er würde Haedke &#8222;dringendst zu einer gründlichen inneren Meinungsbildung raten&#8220;, sagte Parteivize Ludwig Spaenle. Haedkes Name stehe nun einmal in Verbindung mit der Wahlfälscheraffäre. Sollte Haedke noch einmal für den Landtag kandidieren, &#8222;dann können wir den Kommunalwahlkampf wegen Aussichtslosigkeit einstellen&#8220;, erklärte Hans Podiuk, wie Spaenle stellvertretender CSU-Bezirkschef. Denn die Wahlen des Stadtparlaments und Landtags finden beide 2008 statt. <P>Mitte dieses Jahres sollen nun die Delegierten gewählt werden, die später die Kandidaten küren. Bisher galt Haedkes Kreisverband Giesing-Harlaching als Trutzburg in der Münchner CSU und pro Haedke. Man sehe den Abgeordneten differenziert, meint Kreisvorsitzender Curt Niklas. &#8222;Er ist bei uns nicht der Buhmann, aber auch nicht der Messias.&#8220; Dennoch solle sich Haedke gut überlegen, ob er noch einmal antrete, so Niklas. <P>Mit Ratschlägen will sich indes der designierte OB-Kandidat Josef Schmid zurückhalten. Auch glaube er nicht, dass eine Kandidatur Haedkes den Kommunalwahlkampf beeinflusse. <P>Und der Betroffene? Haedke selbst sagt, er sei &#8222;momentan absolut unentschieden&#8220;, was eine neuerliche Kandidatur angehe. &#8222;Dass ich aber gerne Politik gemacht habe, ist klar.&#8220; <P>

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