SPD-Paukenschlag: „Unerwartete Wendung“ - Esken verkündet „Kanzler-Wumms“ - doch der Tonfall überrascht

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Handy-Strahlen: Flucht in den Wald

- Oberammergau -­ Suzanne Sohmer lebt derzeit fast nur noch in einem Wohnwagen im Wald. Obwohl sie sich ohnehin nur im Schutzanzug aus dem Haus wagt, weil sie die Mobilfunkstrahlung nicht aushält, hat sie seit zwei Wochen auch daheim keine Ruhe mehr -­ die Belastung in ihrem Wohnort Oberammergau (Kreis Garmisch-Partenkirchen) durch das neue GPRS-Edge-System von T-Mobile ist angeblich zu groß.

Seit Jahren hat die 47-Jährige unter anderem Herzrasen, Kopfschmerzen und fühlt sich schlapp -­ die Arbeit auf dem mit zahlreichen Mobilfunkantennen gespickten Observatorium am Hohen Peißenberg hat sie krank gemacht. Mehrere Gutachten haben mittlerweile Mobilfunkstrahlung als Ursache bestätigt. Zuletzt musste vergangene Woche sogar zweimal der Notarzt kommen, um ihr intravenös Calcium zu verabreichen.

In ihrem Strahlenanzug ist Sohmer auch schon in zahlreichen anderen Gemeinden bei Mobilfunk-Veranstaltungen aufgetreten und hat ihr Schicksal geschildert. Damit ist sie nicht allein, auch andere wie Marianne Buchmann aus Kirchheim (Kreis München) engagiert sich gegen Sendemasten. Sie machte vergangenes Jahr Schlagzeilen, als sie sich einen 7,55 Meter hohen und 21 Meter breiten Zaun um ihr Haus bauen ließ ­ damit wollte sie sich gegen Mobilfunkstrahlung eines 150 Meter entfernten Sendemasten schützen. "Mein Lebensgefährte hatte immer Allergieschocks, das ist jetzt vorbei", freut sie sich. Immer wieder würden Interessenten anrufen und sich für den Zaun begeistern, zuletzt sogar eine Waldorf-Schule aus Salzburg.

Wie es in Oberammergau weitergeht, ob der Kampf gegen die Mobilfunkmasten von Erfolg gekrönt ist, bleibt unklar. Das Umweltministerium, das die Oberammergauer um Hilfe gebeten haben, sah sich nicht in der Lage, eine Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung abzugeben.

Für Bayerns T-Mobile-Sprecher Markus Jodl sind die Vorwürfe gegen das GPRS-Edge-System "nur ein aktueller Aufhänger, um die alten Vorwürfe wieder hochzukochen". In 75 Ländern auf der ganzen Welt sei das System zum Teil schon seit Jahren im Einsatz, und nirgends gebe es Probleme. "Wie viele Menschen mit Beschwerden gibt es denn in Oberammergau? Und was sollen diese Messprotokolle beweisen, die mir nicht vorliegen?", fragt Jodl. Der neue Service sei außerdem gar nicht ständig messbar, sondern nur, wenn er angefordert werde. "Da werden einfach irgendwelche Behauptungen in die Welt gestellt."

Dass Oberammergaus Bürgermeister Rolf Zigon gedroht hat, einem Mobilfunkmasten im Ort sogar den Strom abzudrehen, hält Jodl für keinen gangbaren Weg. "Wir leben ja nicht in einem rechtsfreien Raum. Wir halten uns an alle Bestimmungen und Grenzwerte, mehr können wir nicht tun."

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