Mit Hasendraht gegen die Handy-Strahlung

- VON ANNETTE GANSSMÜLLER-MALUCHE Kirchheim - Marianne Buchmann schläft im Keller. Nicht weil es dort im Sommer angenehm kühl ist, sondern weil sie glaubt, dass sie so der Strahlenbelastung einer nahen Mobilfunkantenne entgehen kann. Ihrer Meinung nach kommen Schlafstörungen, Unruhe und Herz-Kreislauf-Probleme von der Sendeanlage auf dem Feuerwehrturm in Kirchheim (Kreis München). Um sich besser zu schützen, baut Buchmann jetzt einen Zaun um ihr Haus - 7,70 Meter hoch und 21 Meter lang.<BR>

Die Fundamente des Zaunes sind bereits betoniert. Bald werden sich um das Haus von Marianne Buchmann in Kirchheim, die dort mit ihrem Mann und ihrer Tochter wohnt, 21 Meter Hasendrahtzaun ziehen. Hasendraht, so sagen Wissenschaftler, ist der beste Schutz gegen Mobilfunkstrahlen. Buchmann hofft, mit dem imposanten Bauwerk, das vom Bauausschuss der Gemeinde Kirchheim genehmigt werden musste, endlich Ruhe vor den Strahlen der nahen Mobilfunkantenne zu haben. Zunächst werden sechs Meter des Drahtes aufgestellt, 15 weitere werden folgen.

Die Buchmanns sind nicht die einzigen Kirchheimer, die sich um ihre Gesundheit wegen der Sendeanlage sorgen. Als Gründerin der Bürgerinitiative Mobilfunk hat Marianne Buchmann bereits Mitstreiter gefunden. Zusammen wollen sie an medizinischen Untersuchungen teilnehmen. "Um zu einem späteren Zeitpunkt den Nachweis führen zu können, dass durch die Sender Gesundheitsschäden entstanden sind", erzählt sie. Drei Blutbilder mit schlechten Werten lägen ihr schon vor. Um Aufmerksamkeit im Umweltministerium zu erregen, brauche sie aber mindestens zehn.

Das Blutbild der Familie Buchmann soll sich in Zukunft mit Hilfe des Hasendrahtes kontinuierlich verbessern. Zum Baubeginn hat sich auch das Bayerische Fernsehen angekündigt. Marianne Buchmann hofft, bei diesem Anti-Mobilfunk-Event noch viele weitere empörte Anwohner begrüßen zu können.

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