Haslberger darf Jagdhütte erweitern

- Naturschutzgebiet Zengermoos: VG-Urteil beendet Rechtsstreit

VON SIGGI NIEDERGESÄSS Eichenried - Der Freisinger Unternehmer Franz Haslberger darf seine Jagdhütte im Naturschutzgebiet Zengermoos nun doch um 60 Quadratmeter erweitern. Das entschied das Verwaltungsgericht München unter dem Vorsitz des VG-Präsidenten Gerhard Hans Reichel. Die Kammer entsprach damit im vollen Umfang den Wünschen des Bauherrn und Besitzers des Naturschutzgebietes und beendete damit einen jahrelangen Rechtsstreit.

Bereits in einer Verhandlung vor etwa 18 Monaten hatte sich das Verwaltungsgericht mit dem Antrag Haslbergers zu befassen und kam damals zu dem Ergebnis, dass eine Art Carport zum Unterstellen eines Rückegerätes und eines Traktors genehmigungsfähig sei. Haslberger war allerdings nicht ganz einverstanden. Er wollte eine Erweiterung der bereits 90 Quadratmeter großen Jagdhütte, in der teilweise Forstgeräte untergebracht sind, die aber auch als Aufenthaltsraum für die in dem 225 Hektar großen Naturschutzgebiet tätigen Waldarbeiter und als Jagdhütte dient. Sie müsse erweitert werden, führte Haslberger aus, weil er die für die Forstarbeit notwendigen Geräte nicht alle in dem bestehenden Gebäude unterbringen könne.

Reichel folgte der Argumentation Haslbergers und meinte, die Erweiterung sei zu genehmigen, weil der Gemeinderat seinerzeit schon dem Bau der Hütte zugestimmt habe. Sollte das Gremium nun dagegen sein, freue er sich schon auf Anrufe der Räte. Damit werde er fertig. Als weiteren Grund für die Rechtmäßigkeit sah Reichel die Tatsache an, dass bereits eine 60 Quadratmeter große Bodenplatte aus Beton vorhanden sei. Diese sei zwar noch nicht genehmigt und eigentlich ein Schwarzbau. Da die Platte aber nicht auf naturbelassenem Waldboden, sondern auf einer über Jahrzehnte mit Bauschutt aufgefüllten Fläche betoniert sei, könne darüber hinweg gesehen werden.

Der Landesanwalt als Vertreter der Regierung von Oberbayern erhob keine Widersprüche, Vertreter des Landratsamtes und der Unteren Naturschutzbehörde waren bei der Verhandlung nicht anwesend, da die Vertretung des Freistaates Bayern, gegen den Haslberger geklagt hatte, auf die Regierung von Oberbayern übertragen worden war. Einzig Moosinnings Bürgermeister Rudi Ways versuchte die Interessen der Gemeinde und des Naturschutzes zu vertreten, stand aber auf verlorenem Posten.

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