Hausbesetzung im Westend

- Jeder freut sich, wenn der alte Mann mit weißem Rauschebart und rotem Mantel zu Besuch kommt. Nur die Deutsche Bahn war darüber am Samstag gar nicht glücklich, denn ein Nikolaus-Double besetzte zusammen mit etwa 70 hauptsächlich schwarz gekleideten jungen Leuten ein Bahn-Anwesen an der Landsberger Straße. Mit der ersten Hausbesetzung in München seit 25 Jahren wollten die dem linksorientierten Spektrum zugehörigen Demonstranten auf die Wohnungsnot in München aufmerksam machen.

<P>Die Aktivisten richteten sich gegen Mittag mit Glühwein, Bier und dem "Nikolaus" vor dem Abbruchhaus ein. Mit einer Stereoanlage beschallten sie die Landsberger Straße, die für den Zeitraum der unangemeldeten Demonstration in beide Fahrtrichtungen gesperrt war. Zehn Personen drangen in das Gebäude ein und zeigten Transparente mit der Aufschrift "Robin Haus". Sie prangerten an, dass in München viele Gebäude, wie auch das besetzte, sinnlos leer stünden.</P><P>Nach Verhandlungen mit Polizei und Bundesgrenzschutz verließen die Hausbesetzer etwa drei Stunden später freiwillig das Gebäude. Die zehn Personen, die in das Haus eingedrungen waren, wurden vorläufig festgenommen, aber kurz darauf wieder auf freien Fuß gesetzt. Insgesamt verlief die Demonstration ohne Ausschreitungen. Um halb vier wanderten die letzten Hausbesetzer ab. Die Landsberger Straße wurde wieder geöffnet.</P><P>Das besetzte Haus ist Eigentum der Deutschen Bahn und diente früher als Übernachtungsheim für Angestellte des Betriebes. Die Bahn stellte einen Strafantrag wegen Hausbesetzung. Das baufällige Gebäude soll in nächster Zeit abgerissen werden.<BR><BR></P>

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