Haushalt per Hochrechnung

- VON BARBARA IRLBAUER Starnberg - Als eine der ersten Gemeinden im Landkreis hat die Stadt Starnberg seit gestern Abend einen Haushalt. Das Zahlenwerk von Kämmerer Christoph Scharf wurde vom Stadtrat gebilligt. Lasse man die für die nächsten Jahre geplante Seeanbindung außer Acht, sei die Stadt dank der seit 2004 wieder sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen auf solidem Weg, sagte er. Alle anstehenden Aufgaben habe man angepackt, und sie seien aus dem Haushalt ohne Schwierigkeiten zu finanzieren. Obendrein habe man noch acht Millionen Euro auf der hohen Kante.<BR>

<P>Auf ganz sicheren Beinen steht die Finanzplanung allerdings noch nicht. Schuld daran ist der Bezirk, der seinen Bedarf immer noch nicht genannt hat, weshalb der Landkreis auch noch nicht die Höhe der Kreisumlage festlegen konnte. Scharf hat deshalb anhand der Zahlen der vergangenen Jahre eine Hochrechnung vorgenommen. Er unterstellt, dass der ungedeckte Finanzbedarf des Kreises wie im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre wieder um fünf Prozent steigt. Unter Berücksichtigung der vom statistischen Landesamt mitgeteilten Zahlen für die Umlagekraft der Gemeinden ergäbe sich so ein Satz für die von der Stadt abzuführende Kreisumlage von 45,63 Prozent. Das würde für Starnberg bedeuten, 10,6 Millionen Euro an die Kreiskämmerin überweisen zu müssen. Jeder Prozentpunkt mehr würde nochmals 236 000 Euro erfordern. Scharf wünscht sich, dass der Landkreis seinen ungedeckten Bedarf unter 60 Millionen Euro drückt. Kreis-, Gewerbe- und Solidarumlage machen für Starnberg ohnehin schon 32,4 Prozent der Ausgaben im Verwaltungshaushalt aus.<P>Dennoch geht das Sparen weiter: Es bleibt wie in der Vergangenheit beim absoluten Einstellungsstopp im Rathaus. Frei werdende Stellen werden nur nach Rücksprache mit dem Stadtrat neu besetzt. Die Schulden haben sich erhöht, weil wie berichtet der Schattenhaushalt bei der Treuhand für die Grundstücke hinter der Evangelischen Kirche aufgelöst und in den ordentlichen Haushalt übernommen wurde. Außerdem ist die mögliche Aufnahme eines neuen Kredites in Höhe von zwei Millionen Euro eingeplant. Man schont so die Rücklage, denn noch ist Geld günstig am Markt zu haben. Aus der Veräußerung des städtischen Grundstücks an der Weilheimer Straße zu Gunsten des Baus eines Einkaufszentrums kann die Stadt einen Reinerlös von mehr als einer Million Euro erwarten.<P>

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