Klartext spricht Baskets-Coach Robert Scheinberg: Spätstestens in zwei Wochen müsse sich entscheiden, wo oder ob die Head Attacks noch spielen. Archiv-foto: beet
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Klartext spricht Baskets-Coach Robert Scheinberg: Spätstestens in zwei Wochen müsse sich entscheiden, wo oder ob die Head Attacks noch spielen. Archiv-foto: beet

Head Attacks droht das Aus

Erding - tehen die Head Attack Erding Baskets vor dem Aus, nachdem sie von der Stadt München Hallenverbot bekommen haben?

Nachdem den Head Attack Erding Baskets am vergangenen Wochenende die Austragung des Heimspiels gegen Jahn Freising von der Stadt München in der städtischen Halle des MTSV Schwabing verboten wurde, „muss in dieser Woche, spätestens aber bis zur nächsten Heimpartie am 31. Oktober, geklärt werden, wo wir unsere Heimspiele austragen können. Ansonsten gibt es keine Erding Baskets mehr in der 2. Regionalliga“, erklärte Trainer Robert Scheinberg unmissverständlich.

Die Head Attack-Korbjäger, deren mittelfristiges Ziel der Aufstieg in die 2. Bundesliga war, hatten sich vergangene Saison von der SpVgg AltenErding abgenabelt und einen eigenen Verein gegründet, mit der großzügigen Unterstützung eines Premium-Sponsors (Head Attack) und einigen hochkärätigen Neuzugängen.

Die Euphorie wich aber bald der Ernüchterung, da sich die Stadt Erding weigerte, dem neuen Verein die kommunalen Hallen kostenlos zu überlassen. Hohe Mieten, die teilweise bis heute noch nicht beglichen sind, zwangen die Baskets zum Exodus nach Schwabing. Doch es kam noch schlimmer. Bei einer außerordenlichen Versammlung des neuen Vereins sprachen sich vier gegen drei Mitglieder für eine Rückkehr in den Schoß der SpVgg Altenerding aus (wir berichteten). Das heißt, dass die Lizenzen beider Herrenmannschaften (Regional- und Kreisligamannschaften) zum Stammverein zurückgehen. Dies wird aber vom Baskets-Vorstand mit Sebastian Wartner und Oliver Bartels nicht akzeptiert. Dieser will die Regionalliga-Lizenz auf jeden Fall behalten, die Spielberechtigung für die zweite Mannschaft aber, wenn’s denn sein muss, an die Sempt zurückgeben. Der Haken ist aber, dass eine Splittung der Lizenz-Rückgabe laut Verbandsstatuten in der laufenden Spielzeit nicht möglich ist.

Doch die dürfte bald abgelaufen sein, denn die SpVgg Altenerding will klare Verhältnisse. Vorsitzender Erich Neudecker fordert in einem Brief an die Baskets, dass diese die auf der außerordentlichen Versammlung gefassten Beschlüsse umsetzen. Ansonsten werde die SpVgg rechtliche Schritte prüfen.

Überhaupt weist Neudecker alle Vorwürfe weit von sich, er habe sich zu wenig für den Verbleib der Basketballer bei der SpVgg eingesetzt. „Mir waren von Beginn an die Hände gebunden“, erklärte er gegenüber der Heimatzeitung. Laut Vereinssatzung sind alle Abteilungen der SpVgg beim Spielbetrieb und finanziell autark. So habe ihn der damalige Abteilungsleiter Wartner, mittlerweile Chef der Erding Baskets, im Frühjahr 2009 kontaktiert und ihm die Pläne der Basketballer und das attraktive Angebot des Sponsors geschildert. Die Abteilungsversammlung segnete im August 2009 die Pläne ab und stimmte der Gründung eines eigenständigen Vereins zu. Allerdings mit der Auflage, dass bei einem Scheitern die Spielrechte nicht an einen anderen Club veräußert werden dürfen, sondern wieder an die SpVgg zurückgehen. Dies wurde auch von den Mitgliedern der Baskets so beschlossen.

Diesen Beschluss aber erklärt Baskets-Vize Bartels für null und nichtig. „Für mich zählt nur ein Vertrag, und den gibt es nicht.“ Das Gleiche gelte auch für das Abstimmungsergebnis der außerordentlichen Mitgliederversammlung. (jok)

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