Hingerl: Fauth soll sich bessern

- SPD legt im Streit um Lügen-Vorwurf nach - Landrat zu Entschuldigung aufgefordert

Landkreis - "Eine Sachargumentation ist nicht mehr möglich. Er flüchtet sich nur noch in Polemik. Das können wir nicht hinnehmen." So legte gestern der Chef der SPD-Kreistagsfraktion, Ralf Kirchner, im Streit mit Landrat Gottlieb Fauth nach. Fauth hatte im Kreistag die rot-grüne Bundesregierung der Lüge bezichtigt. Darauf hin hatte die SPD demonstrativ die Sitzung verlassen (wir berichteten).

"Ich kenne Fauth noch als Gemeinderat und CSU-Ortsvorsitzender in Vaterstetten", so der SPD-Kreisrat Günter Lenz gestern. Fauth habe damals schon "parteipolitische Polemik ganz massiv ins Spiel gebracht". Jetzt als Landrat habe er wohl noch nicht umgelernt. Fauths derzeitiges Verhalten bezeichnete Lenz als "stillos".

Auch in einer hitzigen Debatte mit unterschiedlichen Auffassungen müsste es Sachargumente geben, so Kirchner. Die Reaktionen von Fauth seien verständlich, da seine Bilanz der vergangenen Monate nicht die Beste sei. "Aber die Rolle eines CSU-Parteifunktionärs ist mit der Position des Landrats nicht vereinbar." Das Verhalten des Landrats zeige "einen erheblichen Mangel an Souveränität", so Kirchner.

"Wir haben kein Problem damit, dass er die Bundesregierung kritisiert", verdeutlichte Poings Bürgermeister Albert Hingerl (SPD). Aber es gehe um die Art der Argumente. "Wir geben ihm jetzt die Chance, dass er das korrigiert", so Hingerl. "Wir erwarten, dass er sich bessert. Nicht wir haben ein Problem mit Fauth. Wir haben nur reagiert. Die CSU hat ein Problem mit ihrem Landrat." Die SPD-Landtagsabgeordnete Bärbel Narnhammer fügte hinzu: "Wir haben sechs Jahre mit diesem Landrat vor uns." Fauths Verhalten lasse jedoch befürchten, dass er andere Argumente als aus seiner Fraktion nicht gelten lässt. Als Kommunalpolitiker sei man jedoch verpflichtet, für den ganzen Landkreis zu arbeiten. Narnhammer: "Wir sind zu einer konstruktiven Zusammenarbeit bereit. Aber das erwarten wir auch von Fauth." Aus der Kreis-CSU habe man jedoch Signale empfangen, dass man mit dem Landrat reden wolle.lan

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