Schüsse in Baden-Württemberg: Mehrere Todesopfer? Hintergründe unklar  

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Höchststrafe für Wudy-Mörder

- VON ARMIN RÖSL München - Der Angeklagte im "Badewannenmord"-Prozess, Michael F. (22), ist vom Landgericht München II zur Jugendhöchststrafe von zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Außerdem ordnete das Gericht die sofortige Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt an. Dem Urteil zufolge hat F. aus niederen Beweggründen und zur Befriedigung des Geschlechtstriebs im August 2002 die 38-jährige Gudrun Wudy in ihrer Wohnung in Poing ermordet. <BR>

<P>"Es war ein gezieltes, planvolles und konsequentes Vorgehen" - mit diesen Worten beschrieb der Vorsitzende Richter der Jugendkammer, Hans-Jochen Hintersaß, die Tat. Nachdem er das Urteil verkündet hatte, schilderte er 30 Minuten lang, was sich an jenem 10. August in Poing abgespielt hat. Michael F. war ins dortige Neubaugebiet gefahren, um ein bestimmtes Vorhaben zu verwirklichen: eine wehrlose Frau zu vergewaltigen, die Tat auf Video aufzunehmen und die Bilder ins Internet zu stellen. Als F. den Elektroschocker am Hals von Gudrun Wudy ansetzte, das Gerät aber nicht so funktionierte, wie es sich der Täter vorgestellt hatte, kam es zur Tötung. Mit den Messerstichen, so Hintersaß weiter, habe F. das Röcheln im Hals abstellen wollen. Nach Ansicht des Gerichts sei es ursprünglich nicht die Absicht des Angeklagten gewesen, sein Opfer zu töten. Nachdem er die Videokamera postiert hatte, verging sich Michael F. an der Leiche und legte sie anschließend in die Badewanne.<P>Auch aufgrund seines Nachtat-Verhaltens habe sich die Jugendkammer für die Höchststrafe entschieden, sagte Hintersaß. Der Mörder hatte nach seiner Festnahme im Gefängnis mit seiner Tat geprahlt. Aufgrund der von den Gutachtern festgestellten schwer gestörten Persönlichkeit ist nach Ansicht des Gerichts die sofortige Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt notwendig. <P>Mit dem Urteil ist der "Badewannenmord"-Prozess zwar zu Ende, doch für die Eltern von Gudrun Wudy bleibt weiterhin eine Ungewissheit: Wie ist der Mörder in die Wohnung ihrer Tochter gelangt? Diese Frage konnte auch der Vorsitzende Richter nicht beantworten. Sicher sei nur, dass die beiden Versionen, die der Angeklagte während der Hauptverhandlung schilderte, nicht stimmen können. "Wie er hinein gekommen ist, darüber kann man nur spekulieren", so Hintersaß. <P>Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Michael F. nahm das Urteil an. Sein Verteidiger Steffen Ufer sagte, dass dieses Urteil nach dem Jugendstrafrecht "das Beste sei, was er bekommen konnte". <P>

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