Isar-Kraftwerk: Stadtwerken droht Bauverbot

- VON JOHANNES PATZIG UND ROBERT WALSER Bei der Planung für ein neues Isar-Kraftwerk drohen den Stadtwerken erhebliche Schwierigkeiten. Auf dem nördlichen Teil der Praterinsel, der so genannten Schwindinsel, lastet ein Bauverbot aus den Zeiten König Ludwigs II. Dieses Areal haben die Stadtwerke für das Kraftwerk im Visier.<BR>

<P>"Das Bauverbot für die Schwindinsel ist ein Nachbarrecht, das die Stiftung Maximilianeum geltend machen kann", erklärte der Leiter der Stiftung, Hanspeter Beißer, unserer Zeitung. Obwohl es aus den 1870er-Jahren stamme, sei das Verbot im Grundbuch noch immer verzeichnet.<P>Stiftung Maximilianeum kann Bauwerk verhindern <P>"Wir könnten ein Bauwerk dort verhindern", sagte Beißer. Noch hätten ihm die Stadtwerke kein Konzept vorgelegt, aber: "Wenn etwas passiert, das die Landschaft um das Maximilianeum verschandelt, werden wir vom Bauverbot Gebrauch machen". <P>Die Schwindinsel ist Teil der Grünanlagen um den historischen Bau des Maximilianeums, in dem neben der Stiftung für Hochbegabte auch der bayerische Landtag untergebracht ist. Das Bebauungsverbot sei verhängt worden, als der Bau 1873 fertiggestellt wurde, um seine Einbettung in die Natur zu sichern, erklärte Beißer. <P>Das Bebauungsverbot könnte das Bau-Konzept der Stadtwerke gefährden, der Konkurrenz aber in die Hände spielen. Denn auch das Öko-Unternehmen "Green City Energy" hat ein Konzept für ein Wasserkraftwerk an der Praterinsel beim städtischen Umweltreferat eingereicht (wir berichteten). "Das Stadtwerke-Konzept geht mitten durch die Schwindinsel", sagte Geschäftsführer Bernhard Thiersch. Green City hingegen plane "keine Bebauung der Schwindinsel". Der Entwurf wird derzeit vom Umweltreferat geprüft. Die Reaktionen seien "sehr positiv", sagte Thiersch.<P>Das Bauverbot für die Schwindinsel wollten die Stadtwerke nicht kommentieren. Stephan Schwarz, Geschäftsführer Versorgung der Stadtwerke, gab sich optimistisch: "Bei allen Planungen tauchen Schwierigkeiten auf. Natürlich auch bei dieser, aber ich sehe sie nicht als unüberwindbar an."<P>Schwarz betonte, die Werke verhandelten seit geraumer Zeit mit Green City, um die unterschiedlichen technischen Konzepte in Übereinstimmung zu bringen. "Wir wollen mit Green City sachlich zusammenarbeiten", versicherte Schwarz. Bereits kommende Woche seien Gespräche anberaumt. Dabei stünden dann die rechtlichen Fragen der unternehmerischen Zusammenarbeit im Vordergrund.<P>

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