Die Jäger des verschobenen Schatzes

- Konten in CSU-Kreisverband geprüft

Die von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und parteiinternen Machtkämpfen gepeinigte Münchner CSU kommt nicht zur Ruhe. Auf Drängen von Stadtrat Christian Baretti lässt CSU-Chefin Monika Hohlmeier von zwei Revisoren die Parteikonten im Kreisverband Südost überprüfen. Im Mai vergangenen Jahres hatte Baretti hier Hans Podiuk vom Stuhl des Vorsitzenden gestürzt, es aber verdächtig gefunden, dass er nun zwar den Posten, aber plötzlich kein Geld mehr hatte.

Der Betrag, um den es in der Fortsetzung des Machtkampfes geht, ist kein Pappenstiel. Etwas mehr als 54 000 Euro hatte der damalige Kreisvorsitzende Podiuk im Dezember 2002 von einem Festgeldkonto seines Verbands an den Bundeswahlkreis des CSU-Bundestagsabgeordneten Herbert Frankenhauser überwiesen. Baretti blieben gerade mal rund 5000 Euro und der Verdacht, Podiuk könnte das Konto geplündert haben, um ihn zu ärgern.

Letzterer stellt den Fall anders dar. Er habe im Dezember noch nicht gewusst, dass Baretti ihn stürzen wolle. Außerdem habe es sich bei der Summe nicht um Mitgliedsbeiträge, sondern ausschließlich um Spenden gehandelt, die er zusammen mit Frankenhauser aufgetrieben habe, sagt Podiuk. Und als Spendenbeschaffer habe er allein über die Verwendung des Betrags entscheiden können. Mit Frankenhauser habe er jedenfalls ausgemacht, ihn zu unterstützen. "Die Kassenprüfer im Kreisverband haben attestiert, dass alles in Ordnung ist", beteuert Podiuk.

Noch vor Weihnachten hatte CSU-Chefin Hohlmeier den ersten Prüfbericht eines externen Wirtschaftsprüfers erhalten. Nun soll von CSU-Revisor Erwein von Fürstenberg eine zweite Meinung eingeholt werden. Noch diese Woche wird in einem Gespräch mit Hohlmeier geklärt, ob die Experten etwas gefunden haben.

Es mag ein Zufall sein, dass der Termin öffentlichkeitswirksam mit dem der heutigen Satzungsänderung der Rathaus-CSU zusammenfällt. Die Fraktion jedenfalls möchte Stadtrat Baretti ausschließen, weil dem 30-Jährigen ein Strafbefehl wegen Urkundenfälschung droht. Jedoch heißt der Chef der Fraktion Podiuk - und der ist weder ein dicker Freund von Baretti noch von CSU-Chefin Hohlmeier.

Matthias Kristlbauer

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