Joachim Haedke wirft hin

Schlüsselfigur der CSU-Wahlfälscheraffäre: - Der mutmaßliche Drahtzieher der Perlacher Wahlfälscheraffäre der CSU, Joachim Haedke, will sich aus der Politik zurückziehen. Der Landtagsabgeordnete erklärte, er wolle 2008 nicht mehr für die Landtagswahl kandidieren. "Als unglaubwürdige Person kann ich leider keine Politik mehr machen", sagte der 37-jährige CSU-Politiker.

Dunkler Anzug, hellgrüne Krawatte, ordentlicher Seitenscheitel - zumindest äußerlich präsentierte sich Haedke gestern vor der Presse wieder als der smarte Politiker, wie er seit Jahren bekannt ist. Dennoch gab sich der sonst für sein forsches Auftreten bekannte Landtagsabgeordnete im Kachelofenzimmer des Paulaner am Nockherberg in sich gekehrt und reumütig, als er die Gründe für seinen Rückzug aus der aktiven Politik erklärte.

Haedke galt zuletzt als einer der umstrittensten Politiker Münchens. Er war vor Gericht als der Drahtzieher der Perlacher Wahlfälscher-Affäre bezeichnet worden. In deren Strudel war auch die Strauß-Tochter Monika Hohlmeier geraten, die erst als Münchner CSU-Chefin und dann auch als Kultusministerin zurücktrat.

Im Gegensatz zu Hohlmeier, die 2008 wieder für den Landtag kandidieren will, zog Haedke nun zurück - "aus freien Stücken", wie er betonte. Erstmals räumte der 37-Jährige "Fehlverhalten" ein. Er habe zwar nichts strafrechtlich Relevantes begangen, jedoch Geld gegeben, um Beiträge für CSU-Neumitglieder zu bezahlen. Dass dies moralisch verwerflich sei, sei ihm nicht bewusst gewesen. "Ich habe auf den falschen Rat gehört", sagte Haedke.

Auch dass er vor dem Amtsgericht München und vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags die Aussage verweigert habe, sei ein Fehler gewesen, räumte Haedke ein. So habe er die Affäre überstanden, seine politische Glaubwürdigkeit aber ruiniert.

Haedke war seit achteinhalb Jahren Abgeordneter für den Stimmkreis München-Giesing, der seit langem unter dem Einfluss von Max Strauß und Haedke-Freund Curt Niklas steht. Er wolle CSU-Mitglied bleiben, aber nun wieder als Unternehmensberater arbeiten, sagte Haedke.

Münchens CSU-Chef Otmar Bernhard gab sich erleichtert, dass Haedke mit seinem Rücktritt "Belastungen der Münchner CSU in den bevorstehenden Wahlkämpfen vermeiden hilft".

"Wenn die Reue echt ist, muss er jetzt auch aussagen", forderte indessen Margarete Bause, Fraktionschefin der Landtags-Grünen. Haedke müsse die Hintermänner nennen, mahnten die SPD-Abgeordneten Karin Radermacher und Hans-Ulrich Pfaffmann. Er müsse schon sagen, "wer die falschen Berater waren, auf die er sich beruft".

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