JU-Chef steht vor dem Aus

- CSU-Bezirksvorstand für vorläufige Amtsenthebung Rasso Grabers

VON MATTHIAS KRISTLBAUER Die vorläufige Amtsenthebung des Münchner JU-Chefs Rasso Graber gilt als beschlossene Sache. Wie aus CSU-Kreisen verlautete, hat sich die Mehrheit des Bezirksvorstandes dafür ausgesprochen, den 29-Jährigen zu zwingen, für die Dauer der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen ihn sein Amt ruhen zu lassen. Sollte Graber nicht noch diese Woche zurücktreten, sei er politisch "nicht nur tot, sondern mausetot", hieß es. <P><P>Der Druck auf dem JU-Chef ist enorm. Seitdem bekannt wurde, dass die Staatsanwaltschaft in der Affäre der CSU im Münchner Osten wegen Verdachts der Urkundenfälschungen gegen ihn ermittelt, meldeten sich fast täglich Parteifunktionäre zu Wort, die Graber aufforderten, sein Amt ruhen zu lassen. Nach der Münchner CSU-Chefin Monika Hohlmeier, Landtagsfraktionschef Alois Glück und dessen Vize Otmar Bernhard mahnte nun auch Finanzminister Kurt Faltlhauser den JU-Chef zu diesem Schritt. "Damit wäre er sehr gut beraten. Graber ist das auch den 9000 Münchner CSU-Mitgliedern schuldig", sagte Faltlhauser unserer Zeitung. <P>Bisher hatte Graber seinen Rückzug abgelehnt. Stattdessen beteuerte er seine Unschuld. Kürzlich aufgetauchte E-Mails, deren Echtheit Graber bestreitet, sollen zeigen, dass der JU-Chef bei der Fälschung von Aufnahmeanträgen mitgewirkt hat. <P>Selbst in der skandalumwitterten Münchner CSU gilt eine solche Amtsenthebung als einmalig. Monika Hohlmeier selbst hatte diese anstrengen müssen, nachdem der Druck der CSU-Spitze auf sie immer größer geworden war. <P>Aus ihrem Urlaub in Spanien ließ die Strauß-Tochter ausforschen, ob der Bezirksvorstand für eine Amtsenthebung stimmen würde. Erforderlich ist eine Zweidrittel-Mehrheit in dem 18-köpfigen Gremium, in dem neben Graber auch sein Freund, der Landtagsabgeordnete Joachim Haedke, vertreten ist. Haedke soll neben Stadtrat Christian Baretti ebenfalls in die Affäre verwickelt sein. "Die Mehrheit im Vorstand steht", hieß es. <P>Viel Bedenkzeit, sich freiwillig zurückzuziehen, bleibt Graber nicht mehr. Die Affäre droht, sich Richtung Landtagswahl zu verschieben. Angeblich soll die Frist noch diese Woche zu Ende gehen. Es könne aber sein, dass Graber bis dahin freiwillig sein Amt ruhen lasse, hieß es. <P>Unverständnis herrscht in der CSU darüber, wieso der JU-Chef es soweit kommen ließ und nun als Persona non grata dasteht. Ein Funktionär konnte sich dies nur so erklären: "Graber ist wohl nicht begeistert, dass er allein den Kopf hinhalten muss." <P></P>

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