Dem Jugendstil zum Durchbruch verholfen

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Schongau &#8211; &#8222;Sie gehörten zu den Künstlern, die dem Jugendstil in Deutschland zum Durchbruch verholfen haben&#8220;, sagte Harald Scharrer über die Keramikerfamilie von Heider. Im Schongauer Stadtmuseum eröffnete Scharrer zusammen mit Franz Grundner nun die Sonderausstellung, die sich der in Schongau beheimateten Künstlerfamilie widmet. Zu sehen sind frühe Keramiken der Heiders aus der Zeit des Historismus, Jugendstilobjekte sowie Exponate aus der Folgezeit. <P>&#8222;Sie haben die Keramikkunst in Deutschland neu belebt und neue Wege beschritten&#8220;, hob Scharrer den großen Einfluss der Familie hervor, die an der Umsetzung des Jugendstils in Deutschland maßgeblich beteiligt war. Über drei Generationen der Familie, deren Name in der keramischen Welt einen &#8222;goldenen Klang&#8220; (Zitat Dr. Heinrich Pudor aus dem Jahre 1903) hatte, spannt sich der Bogen der Ausstellung. Beginnend mit den ersten künstlerischen Versuchen im Stil des Historismus über die Mitwirkung bei der Erneuerung der deutschen Keramik im Jugendstil und dem damit verbundenen Aufblühen bis zum langsamen Niedergang in den folgenden Jahrzehnten zeigt sich hier die klassische Geschichte vom Werden und Vergehen einer Künstlerdynastie. <P>K Generationen <P>Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile: Der erste Teil widmet sich biografischen und kunstgeschichtlichen Hintergrundinformationen, und im zweiten sind Exponate ausgestellt. Drei Generationen der Familie sind dort vertreten: Zu sehen sind Werke des Stammvaters Max von Heider, Keramiken aus der Produktion des Vaters Max mit seinen drei Söhnen Hans, Fritz und Rudolf sowie selbständige Objekte von Rudolf und dessen Tochter Therese. <P>Aus der Zeit des Historismus ist beispielsweise ein Fliesenbild mit zwei Wappenschilden (um 1890) ausgestellt, auf dem das Stadtwappen Münchens und das allgemeine Wappen der Künstlerschaft abgebildet sind. Unter den Ziertellern aus dieser Zeit besticht vor allem die Darstellung des Gottes Triton, der den Knaben Charides über das Meer nach Griechenland trägt (Max von Heider, um 1890). Auch das Portrait Kaiser Maximilians findet sich auf einem der Zierteller aus der Zeit um 1890 von Rudolf von Heider wider. <P>Aus der Zeit der Jugendstils stechen vor allem die kreativ gearbeiteten Exponate mit Fledermausrelief ins Auge: So zum Beispiel eine Kanne, an der die Experimentierfreudigkeit der Familie auf dem Gebiet der Glasuren sehr gut nachzuvollziehen ist, oder auch ein Krug mit Deckel mit Keramikeinlage in Zinnmontierung. <P>Auffallend auch ein Teeservice, das ebenso mit Fledermausrelief verziert ist. Für den heutigen Betrachter seien solche Verzierungen oft schwer nachvollziehbar, erklärte Scharrer. Doch damals hätten sich diese Gefäße der Heiders einer derart großen Beliebtheit erfreut, dass die Firma Utzschneider & Cie. ein ganzes Teeservice in Serie produziert habe. Die Ausstellung im Stadtmuseum ist noch bis Sonntag, 6. Mai zu sehen. K ms <P>

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