Königliche Grabstätten auf dem Heiligen Berg

- Tag des offenen Denkmals: Wittelsbacher Friedhof erstmals geöffnet

VON KATHARINA KRAUS Andechs - Zwischen dem Klostergarten, in dem die Benediktinermönche Obst und Gemüse anbauen, und dem Weg, der Wallfahrer von Herrsching her auf den Heiligen Berg nach Andechs führt, liegt hinter hohen weißen Mauern der Friedhof des Geschlechtes Wittelsbach. Am diesjährigen "Tag des offenen Denkmals" wurde die Grabstätte erstmals für die Öffentlichkeit geöffnet. Daneben bot das Kloster Führungen in Brauerei, Florianstadl und Kräutergarten an.

Schlichte Grabtafeln, die an der Mauer befestigt sind, zieren die Grabstätten der zehn Herzöge, Prinzen und Prinzessinnen, die in Andechs begraben sind. "Von Standesdünkel keine Spur", interpretiert Historikerin Andrea Hähnle die schlichte Eleganz der Grabanlage. Aber warum werden Wittelsbacher in Andechs begraben? "Die ersten Kontakte zwischen Andechs und dem Hause Wittelsbach waren nicht so konstruktiv", berichtet die Historikerin. Ende des 12. Jahrhunderts habe das Geschlecht Wittelsbach die Vorherrschaft in Bayern übernommen. Der Stern der damaligen, sehr mächtigen Grafen von Andechs versank nach dem Bamberger Königsmord Mitte des 13. Jahrhunderts gänzlich. Die Burg auf dem Berg wurde zerstört und von den Wittelsbachern später auch nicht neu aufgebaut.

Doch das Verhalten der Wittelsbacher zu Andechs sollte sich ändern. Herzog Albrecht III. von Bayern ist es nämlich, auf den die Gründung des Klosters Mitte des 15. Jahrhunderts zurückzuführen ist, außerdem war es nach der Säkularisation 1802/03 wieder ein Wittelsbacher, König Ludwig I., der Andechs Mitte des 19. Jahrhunderts als Wirtschaftsgut dem Münchner Gründer des

Klosters Andechs

Benediktiner Kloster St. Bonifaz zur Verfügung stellte. "Bayerische Herzöge und Fürsten waren von da an immer wieder in Andechs", erzählt Hähnle.

Der "Wittelsbacher Friedhof" am Fuß des Berges existiert seit 34 Jahren. "1969 sind drei Wittelsbacher gestorben", weiß die Historikerin. Der königliche Prinz Konstantin von Bayern, der als CSU-Abgeordneter auch Mitglied des Bundestages war, kam beispielsweise in diesem Jahr bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Neben ihm beerdigt ist seine Mutter Gräfin Augusta, Prinzessin von Bayern, sowie sein Vater Graf Adalbert von Bayern. Auch seine Tante Maria del Pilar, die viel Zeit ihres Lebens in Nymphenburg verbracht hatte, liegt in Andechs beerdigt.

"Die andere Familiengruppe", so Hähnle, wird von Prinz Konrad von Bayern angeführt, der neben seiner Ehefrau Bona Magharita, Prinzessin von Savoyen, und seinem Sohn Eugen die letzte Ruhe gefunden hat.

Am Kopf des Wittelsbacher Friedhofes liegt Prinz Albrecht von Bayern zwischen seinen beiden Gemahlinnen Herzogin Marie von Bayern (geborene Gräfin Draskovich) und Herzogin Jenke von Bayern (geborene Gräfin Keglevich) beerdigt. Albrecht von Bayern ist 1996 nach einem bewegten Leben gestorben.

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