Konzertante Kunst im Kirchenraum

- Erding (klk) - Es war als geistliche Abendmusik angekündigt, verdient es aber, ein großes Konzert genannt zu werden. Mit Petra Schreiber (Sopran), Benedikta Unangst (Alt), Andreas Steinegger (Cello), Robert Grüner (Orgel), vor allem aber Yuka Yamamoto an der Geige erlebten die Gäste in der erfreulich gut geheizten Kirche St. Vinzenz hohe Kunst.<BR>

<P>Besonders die Japanerin, die in Salzburg studiert, sorgte mit ihrem Solo, der Fantasie Nr. 7 in Es-Dur von Telemann, erst Recht aber mit der Sonata Nr. 1 in h-moll von Johann Sebastian Bach für die Höhepunkte. Sie hatte die meisten Anteile an dem Konzert und pausierte nur, als Grüner für das Präludium und die Fuge in G-Dur allein in die Manuale der Hauptorgel des Gotteshauses griff.<P>Barock-Musik mit Werken von Vivaldi, Händel und Telemann, aber auch Heinrich I. F. Biber bestimmte das liebevoll ausgewählte Programm, wobei Bekanntes mit selten Gespieltem gekonnt kombiniert wurde. Zudem informierte Grüner die Gäste mit einigen Erläuterungen zu den Stücken.<P>Die beiden Sängerinnen schenkten sich nichts: Ihre Intonation war so sauber, dass man die Texte hätte mitschreiben können, wobei Unangst obendrein durch eine sehr kraftvolle Stimme überzeugte. Hier ist aber vielleicht manches auch der besonderen Akustik des Kirchenraums geschuldet. Ihre Alt-Stimme kam in einigen Passagen besser an. Die Gleichwertigkeit der beiden Gesangsstimmen wurde aber beim letzten Stück, dem "Laudamus te" von Vivaldi, deutlich.<P>Das Werk war, zusammen mit dem "Domine Deus", auch Programm: "Alles, was atmet, lobe den Herrn" war schließlich der Titel der Veranstaltung, für die Grüner hauptsächlich die Verantwortung trug. In diese Sparte gehörte auch die Kantate "Erquicktes Herz sei voller Freude", bei der Unangst voll überzeugte: "Ich sehe schon im Geist den Himmel offen."<P>Und immer wieder die junge Japanerin, die mal deutlich zurückgenommen als perfekte Begleiterin, mal mit voller Kraft als Solistin den meisten Beifall verdient hatte. Grüner an der Hauptorgel lieferte ein Solo in gewohnt hoher Qualität ab, Steinegger konnte in zwei Stücken für Violine und Cello überzeugen: Zusammen mit Yamamoto bildete er ein perfektes Duo. Die Qualität der Musiker wie auch der ermutigend gute Besuch sind wohl alles Gründe, so etwas wieder zu veranstalten.<P>

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