Kreiselfreier Rückbau der Bundesstraße

- VON MAX FREISLEDER Germering - Bis auf einen allerdings entscheidenden Punkt haben sich die Germeringer bei der jüngsten Bürgerversammlung zum Rückbau der Münchner Straße (jetzt B 2) mit ihren Anträgen und Vorschlägen im Planungsausschuss durchgesetzt: Die Rechtsabbiegespur von der Landsberger- in die Münchner Straße wird vorerst nicht gesperrt. Damit gab der Ausschuss eine eigene Position auf. <BR>

<P>Dass an den Einmündungen der Maximilians- und Berliner Straße kein Kreisel gebaut wird, ist dagegen bloßes Zugeständnis an den Bürgerwillen. Für die auf der Versammlung von den Bürgern mit 61 zu 55 Stimmen gewünschte Öffnung der Tulpenstraße hatte sich der Ausschuss bereits im Juni ausgesprochen. <P>Neu übernahm er die Anregung, den Grünstreifen auf der Narzissenstraße zwecks besserer Verkehrsübersicht auszulichten und durch Mitarbeiter des Bauhofes gestalten zu lassen. Zusätzlich sollen an der Einmündung zum Birnbaumsteig Schrägparkplätze angelegt werden. Mit dem Beschluss, die Unterführungen an der Rosen- und Wotanstraße solange offen zu lassen, bis eine Sanierung fällig sei, wurde sowohl der Verwaltung als auch den Bürgern entsprochen. <P>CSU-Fraktionssprecher Andreas Haas löste mit seiner Kritik, die provisorische Blockade der Rechtsabbiegespur sei mit 6000 Euro um das Dreifache teurer als ursprünglich angegeben, neues Nachdenken aus. 1000 Euro seien genug, meinte er und fragte, ob man mit der Sperre denn nicht warten könne.<P>Dass sei sogar der einzig sinnvolle Weg, pflichtete zweite Bürgermeisterin Evelyn Richter (CSU) bei: "Wir müssen warten, bis die neue Bundesstraße und die A 99 offen sind. Dann ist noch einmal ein Beobachtungszeitraum nötig, um später feststellen zu können, ob eine Sperrung tatsächlich Sinn macht."<P>"Die Verbindung muss hier flüssig gehalten werden."Evelyn Richter<P><P>Richter erinnerte zudem an Polizeiwarnungen vor einem Rückstau auf der Landsberger Straße im Falle einer Sperrung. "Die Landsberger Straße ist aber die Verbindung zur Spange. Der Verkehr muss hier flüssig gehalten werden."<P>Das sah auch dritter Bürgermeister Alfred Streicher (ÖDP/Parteifreie) so. Mit zwei Gegenstimmen einigte man sich darauf, mit der Entscheidung für oder gegen eine Abbieger-Blockade bis sechs Monate nach Öffnung von neuer B 2 und A 99 zu warten.<P>Der erwähnte Kreisverkehr war in der Bürgerversammlung auf starken Widerspruch gestoßen. Weil dann die bisherige Ampel wegfiele und Schulweghelfer am Kreisel verboten seien, müssten Kinder völlig ungesichert die Straße überqueren. <P>Verkehrsreferent Gerald Krause (FWG) widersprach: Ihm habe die Polizei erklärt, Helfer seien zugelassen. Außerdem verlangsame ein Kreisel den Verkehrsfluss und schrecke so auch von der Durchfahrt ab. <P>SPD-Fraktionssprecherin Tinka Rausch schloss sich solchen Argumenten an, erklärte aber: "Der Bürgerwille ist die Ampel. Über den können wir uns nicht hinwegsetzen." Und so wurde dann auch abgestimmt.<P>

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