Lage für psychisch Kranke verschlechtert

- Weilheim-Schongau - Bisher war die Versorgung von psychisch Kranken im Landkreis schlecht - seit Jahresanfang ist sie katastrophal: Darauf wies die psychosoziale Arbeitsgemeinschaft im Landkreis Weilheim-Schongau (PSAG) gestern in einer Pressekonferenz hin. Viele psychisch Kranke seien ohne ärztliche Betreuung seit die Kassenärztliche Vereinigung Anfang des Jahres als Nachfolger für einen Psychiater einen Neurologen zuließ. Die PSAG fordert nun einen Psychiater für die Region und die Einrichtung einer Tagespsychiatrie.<BR>

"Wir sind in Sorge", sagte der erste Vorsitzende der PSAG, Ingo Remesch, gestern bei einem Pressegespräch. Die Lage für psychisch Kranke habe sich dramatisch verschlechtert, so Dr. Karl Breu, Leiter des Weilheimer Gesundheitsamts und Geschäftsführer der PSAG. Seit der niedergelassene Psychiater Dr. Günter Feise zum Jahresende ausgeschieden ist und die "Kassenärztliche Vereinigung" einen Neurologen als Nachfolger zuließ, "steht ein Großteil der Patienten auf der Straße", so Breu.<P>Feise habe wöchentlich rund 70 Patienten überwiegend medikamentös betreut. In akuten psychiatrischen Krisen hätten Betroffene auf seine Hilfe zurückgreifen können. Der Nachfolger habe eine vorübergehende Genehmigung erhalten, chronisch psychisch Kranke weiter zu betreuen, für Neuerkrankte oder akute Fälle sehe es jedoch schlecht aus. Es gebe zwar Psychiater in der Umgebung, diese hätten aber Wartezeiten von zwei bis sechs Wochen oder könnten keine Patienten mehr aufnehmen. Zudem behandeln die fünf Psychiater im Landkreis überwiegend psychotherapeutisch.<P>"Für uns Psychiatrie-Erfahrene wäre es besonders in einer akuten Krise wichtig, in der Nähe Hilfe zu bekommen", sagte Magdalena Wittek, als Vertreterin der Gruppe der Psychiatrie Erfahrenen. Insbesondere bei psychotischen oder depressiven Schüben seien lange Wege schwierig zu bewältigen.<P>Die PSAG hat sich nun in einem Schreiben an den Bezirkstag und das Sozialministerium gewandt.kh<P>

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