Ein langes Leben für die Kunst

- VON DR. BÄRBEL SCHÄFER Karlsfeld - Die Karlsfelder Malerin Edeltraut Klapproth ist am Donnerstag im Alter von 96 Jahren gestorben. Sie war die älteste Karlsfelder Künstlerin und Gründungsmitglied des Karlsfelder Kunstkreises. Vielen Kunstliebhabern war sie durch ihre lebensfrohen Bilder bekannt: Porträts, Blumenstillleben und Motive aus Karlsfeld und dem Landkreis.<BR>

<P>Klapproths Bilder erwuchsen aus der reinen Freude am Malen, die pittoresken Landschaften und Ansichten der Gemeinde malte sie bis zu ihrem Tod mit ungebrochen kraftvoller malerischer Geste. Es sind Bilder voller Lebensfülle in edelsteinartig leuchtenden, herben Farben und voll federnder Spannung. Seit dem Jahr 2000 lebte die Künstlerin im Caritas-Altenheim St. Josef, wo sie sich sehr wohl fühlte. Dort begann sie nach überstandener Krankheit wieder mit altem Elan nach alten Vorlagen und aus dem Gedächtnis zu malen. Im Dezember 2003 präsentierte sie eine Ausstellung in der Caféteria.<P>Edeltraut Klapproth, geborene Gathmann, wurde am 13. Juni 1909 in Billingen an der Saar geboren. Von Kindesbeinen an fühlte sie sich zur Kunst hingezogen. Sie wuchs in einer kunstsinnigen Familie auf, in der Theater und Literatur eine große Rolle spielten. 1917 kam die Familie nach Karlsfeld, wo der Vater an der Birkenstraße ein landwirtschaftliches Anwesen erwarb. Mit neun Jahren fing Klapproth an zu zeichnen und zu malen und begann ihre künstlerische Ausbildung in den "Offenen Zeichensälen" in München und mit Porträtstudien bei Professor Roth senior. Darüber hinaus belegte sie bis ins hohe Alter regelmäßig Zeichen- und Malkurse.<P>1931 zog Edeltraut Klapproth nach ihrer Heirat nach Ostpreußen, wo sie vor allem ihre Kinder porträtierte und die masurische Landschaft malte. 1945 wanderte sie mit acht Kindern im Wintertreck nach Karlsfeld zurück ins elterliche Haus. Ihr Mann Erich war im Krieg gefallen. Erst als die Kinder größer waren, fand Klapproth Zeit, sich wieder intensiver der Malerei zu widmen.<P>Neben der Porträtkunst galt ihre Vorliebe der Landschaftsmalerei. Klapproth fand viele Motive im Dachauer Hinterland und auf Reisen nach Afrika, Amerika und Griechenland. Älteren Karlsfeldern mag sie noch in Erinnerung sein, wie sie mit ihrem blauen VW-Käfer durch die Gegend fuhr und zeichnete. Gelungene Motive setzte sie zuhause in Öl um. "Entdeckt" wurde Edeltraut Klapproth vom Vorsitzenden des Karlsfelder Kunstkreises Dieter Kleiber-Wurm. 1972 organisierte er bei Krauss-Maffei eine Einzelausstellung für sie. Seitdem zeigte die Künstlerin ihre Bilder regelmäßig in eigenen, erfolgreichen Ausstellungen und wurde auch über den Landkreis hinaus zu einer anerkannten Persönlichkeit.<P>Neben der Malerei veröffentlichte sie drei selbst illustrierte Bücher: Anfang der 1980er Jahren erschien "Der Schafmeister", 1991 schrieb sie "Am Unterlauf der Würm", dann "Die Welt meiner Bilder", die alle autobiografische Züge tragen. Zum 85. Geburtstag verlieh ihr der Kunstkreis Karlsfeld die Ehrenmitgliedschaft.<P>

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