Lebendige Innenstädte statt Einheitsbrei an der Peripherie

- VON ROBERT LANGER Grafing - Kontroverse Diskussionen anstoßen, verkrustete Positionen aufbrechen, Leben in die Stadt bringen. Das will die "Initiative Architektur Grafing" und präsentiert dazu im Museum der Stadt eine Ausstellung. "Die Innenstädte verarmen", so die Feststellung von Initiativen-Mitglied Udo Helmholz. Auch in Grafing werde es immer schwieriger, Betreiber für Geschäfte zu finden. Folge: Läden stehen leer.<BR>

<P>"Das liegt auch am Einkaufsverhalten", so Helmholz. Ähnlich die Wohnsituation. Gebaut wird an der Peripherie. "Aber wir brauchen keine weitere Reihenhaussiedlung außerhalb der Städte." Die Alternative ist sinnvolle Nutzung von Baulücken und sinnvolles Restaurieren, unverwechselbare Identitäten weiter entwickeln, vitale Nutzungsvielfalt schaffen. Wichtig auch eine langfristige Planung: Die Wohnungen sollen für ältere Mitbürger nutzbar und behindertengerecht sein. Dazu kommt die Außenwirkung. "Architektur definiert Lebensraum." In historischen Innenstädten muss nicht immer historisierend gebaut werden. Auch modernere Ansätze haben Platz. "Es geht um Qualität", tritt Aschauer Zweiflern entgegen. "Wenn es gut ist, dann passt es."<P>Und es geht um Planungen über ein Einzelprojekt hinaus: Beispiel Parkplätze: "Das ist sehr ideologisch belastet. Es gibt aber nicht nur schwarz und weiß, sondern auch ein sowohl als auch", meint Wolfgang Betz. "Man muss das Auto nicht mögen. Aber es ist in unserem Leben ein wichtiger Faktor", so Michael Aschauer. Und Helmholz fügt hinzu: "Je kleiner die Städte sind, desto weniger sind die Menschen bereit, zu Fuß zu gehen." Aber: "Parkplätze sind nicht nur eine Frage der Verkehrsabwicklung, sondern auch der Gestaltung", bringt es Aschauer auf den Punkt.<P>In Grafing gibt es einen Sanierungsplan für die Altstadt. Der sei kein "notwendiges Übel", sondern ein Instrument zur positiven Steuerung. Mit der Ausstellung zum Bayerischen Bauherrenpreis, die positive Beispiele vor allem privater Investoren vorstellt, sollen Anregungen weiter geben werden - an die Bevölkerung, aber auch an die Entscheidungsträger. Die Initiatoren sind zuversichtlich: Denn in den vergangenen Jahren sei in Grafing schon einiges passiert. "Es bewegt sich was", so Betz.<P>Öffnungszeiten im Museum donnerstags, 18 bis 20 Uhr, sonntags, 14 bis 16 Uhr, vom 9. Februar bis 5. März 2006. Gruppen nach Vereinbarung. Ausstellungseröffnung am 9. Februar um 19 Uhr mit Bürgermeister Rudolf Heiler und Städteplaner Klaus Immich.<P>

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