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Michael Kostner will den SV Kirchanschöring wieder auf Erfolgskurs bringen.

Trainer des Jahres der Bayernliga Süd 

Mit mehr Qualität anstatt Quantität zum Ligaerhalt-Michael Kostner

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Michael Kostner ist euer Coach des Jahres 2018 in der Bayernliga Süd. Erst letzte Saison wechselte Kostner zum SV Kirchanschöring und konnte mittels einiger Umstrukturierungen den Klassenerhalt in der Bayernliga schaffen.

In unserem Ranking holte sich der ehemalige Bundesligaprofi mit 189 Stimmen und 17,3% den Sieg in der Bayernliga Süd. In der Rückrunde der Saison 2017/18 übernahm Michael Kostner den Trainerposten beim Abstiegsgefährdeten SV Kirchanschöring und konnte das Team im letzten Spiel der Relegation retten.   

Aktuell befindet sich Kirchanschöring auf demneunten Platz der Bayernliga.  

Du bist zum Trainer des Jahres 2018 der Bayernliga Süd gewählt worden. Was denkst du, warum du diese Auszeichnung verdient hast? 

Zuallererst freue ich mich natürlich über diese Auszeichnung. Leider spiegelt dies Platzierung nicht den aktuellen Tabellenplatz in der Liga wider. Kirchanschöring ist ein kleiner Verein, der nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung hat, auf den andere Vereine wie Türkgücü zurückgreifen können. Wir haben eine sehr turbulente Hinrunde hinter uns, konnten uns jedoch zum Ende hin sehr gut stabilisieren. Allgemein würde ich diese Auszeichnung auf die gute Arbeit, die wir bisher geleistet haben, beziehen.

Du warst lange Zeit bei Dorfen. Wie kam es zu einem Wechsel nach Kirchanschöring?

Kirchanschöring war mir kein Unbekannter. Vor zehn Jahren haben ich dort meine Fußballcamps abgehalten, weshalb ich mit dem Verein immer in Kontakt stand. Im Sommer wollte ich meine Karriere aufgrund meines Umzugs und der dadurch gegebenen Entfernung zum Verein, zum Ende der Saison beim TSV Dorfen beenden. Als Kirchanschöring davon erfuhr, fragten sie an, ob ich den Trainerposten vorzeitig übernehmen könnte. Für mich war der SV schon immer ein Kult-Klub der für die Größe des Vereins, überragende Arbeit leistet. Zudem herrscht hier eine familiäre Stimmung mit vielen Zuschauern, was mir sehr zuspricht. Der Hauptgrund ist jedoch, dass sich hier viel entwickeln kann.

Welcher Moment ist dir in deiner Karriere besonders in Erinnerung geblieben? Als Trainer und Spieler?

Als Trainer bin ich in 20 Jahren, elf Mal aufgestiegen. Ein Aufstieg ist immer etwas faszinierendes und jeder ist auf die selbe Stufe zu stellen. 

Als Spieler waren meine größten Momente zum einen 1988, der Sieg im DFB-Pokal mit der Eintracht Frankfurt. Zum anderen als Jugendspieler das Spiel Deutschland-England, vor 60.000 Zuschauern, indem ich als Kapitän auflaufen durfte. 

„In der Relegation waren wir eine Truppe“

Du bist letzte Saison zum Abstiegskampf gekommen undkonntest die Liga halten. Aktuell sind es wieder nur 4 Punkte auf einen Relegationsplatz. Wie siehst du die Situation zur Rückrunde? 

Als ich zum SV kam, waren die Umstände im ersten Moment erschreckend. Das Team hatte zu Beginn der Rückrunde einen sehr großen Fitnessrückstand. Zudem waren einige Spieler untereinander zerstritten. Auch die Kaderplanung gestaltete sich schwierig, da ich aus 18 Defensiven und einem 38-Jährigen Stürmer, erst ein Team formen musste. Der Fitnesszustand des Teams war auch alles andere als zufriedenstellend. Bis zu den Relegationsspielen haben wir es geschafft als Team aufzutreten und den Abstieg zu verhindern.

Unsere Ziele werden sich trotz unserer momentanen Tabellensituation und der letzten Siege nicht ändern. Wir wollen auf jeden Fall die Liga halten und am besten ohne erneut in die Relegation zu müssen. 

Was sind die Ziele mit Kirchanschöring für die nächsten Jahre?

Für die Zukunft planen wir mit einer starke Umstrukturierung im Kader, um in geraumer Zeit einen einstelligen Tabellenplatz in der Liga anzupeilen. Wir wollen mehr Qualität anstatt Quantität in die Mannschaft bringen, weshalb auch einige Spieler das Team verlassen haben. Somit soll auch der Konkurrenzkampf innerhalb des Teams erhöht werden. Zudem wollen wir uns stärker auf die Nachwuchsarbeit konzentrieren und über die Jugend und die zweite Mannschaft mehr Spieler nach oben ziehen. Bestes Beispiel hierfür sind Luka Ban und Istvan Makai, die diese Saison auf ihre ersten Einsätze in der Bayernliga gekommen sind.

Es wurde eine engere Zusammenarbeit mit Wacker Burghausen angekündigt. Was hat es damit genau auf sich? 

Als Trainer kann ich darüber sagen, dass die Kooperation mit Wacker schon aktiv ist. Der Kontakt entstand unter anderem durch mich, da ich einige Zeit in Burghausen gespielt habe und auch später tätig war. Im Sommer haben wir schon Daniel Muteba ausgeliehen und im Winter kamen noch Lukas Pöllner und Manuel Omelanowsky hinzu. Burghausen hat eine sehr Jugend und auch die Herrenmannschaft steht derzeit gut da. Der SV hat das Problem, dass sie keine zweite Mannschaft haben und es somit schwer wird, Talente an sich zu binden. Für die jungen Spieler ist es somit oft zu schwer, den Sprung aus der Bayernliga Jugend in die Regionalliga zu schaffen. Wir wollen hierbei als Bindeglied zwischen den beiden Mannschaften agieren und den jungen Spielern mehr Spielzeit im Herrenbereich ermöglichen. Somit entsteht für uns, als auch für Wacker Burghausen, eine Win-Win-Situation, von der beide Vereine profitieren. Zudem übernehmen wir nur Spieler, die in unserer Region liegen. 

Ihr seid Zuhause stärker als Auswärts. Was sind die Gründe dafür?

Als ich noch aktiv Fußball gespielt habe, war Kirchanschöring schon immer eine Heimmacht. Zu dieser Macht wollen wir wieder werden, da dies in den letzten Jahren etwas verblasst ist. Zudem sind wir sehr schwer zu bespielen, da der Platz sehr klein ist und die Fans des SV in jedem Heimspiel zahlreich hinter der Mannschaft stehen und zur Höchstleistung antreiben.  

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