Milchlieferboykott auch im Landkreis möglich

- Landkreis – „Ich habe wirklich viel Kraft geschöpft“, berichtet Michael Friedinger aus Farchach. Der Kreisvorsitzende des Bundes der Deutschen Milchviehhalter (BDM) war gemeinsam mit 21 weiteren Milchbauern aus dem Landkreis Starnberg in Berlin beim ersten Zukunftssymposium und der Bundesversammlung des BDM.

von katharina kraus <P>Beeindruckt hat Friedinger und seinen Mitstreiter Hubert Sontheim aus Machtlfing vor allem der große Andrang an Milchbauern aus dem gesamten Bundesgebiet. &#8222;Es waren über 2000 Leute da, der BDM-Vorstand hatte ursprünglich nur mit etwa 1000 gerechnet&#8220;, sagt Sontheim. Insgesamt gehören dem BDM deutschlandweit 20 000 Milchbauern an. <P>Von den Gesprächen mit den Spezialisten wie Betriebswirtschaftlern und Wissenschaftlern der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft erhielten die Milchbauern &#8222;Informationen aus erste Hand&#8220;, so Sontheim. &#8222;Das waren oft nackte Zahlen, die die Prognosen für die Zukunft klar dargestellt haben&#8220;, erklärt der Machtlfinger. Natürlich sei die Diskussion dadurch manchmal etwas emotional geworden, &#8222;aber es hängen einfach Existenzen daran&#8220;. <P>Und genau um die Sicherung der Existenzen ging es bei der Bundesversammlung des BDM. &#8222;Richtungweisend&#8220;, wie Friedinger meinte, waren die beiden einstimmg verabschiedeten Beschlüsse. Dabei wurde die Milchpreisforderung von 40 Cent bestätigt. Bislang bekommen die Milchbauern im Schnitt etwa 29 Cent pro Liter Milch, was zum Überleben nicht ausreiche. &#8222;Sollte es bei den Verhandlungen mit dem Milchindustrieverband zu keinem Ergebnis kommen, dann wird es einen Milchlieferboykott geben &#8211; auch im Landkreis Starnberg&#8220;, erklärte der BDM-Kreisvorsitzende. Die Milchbauern gaben dem BDM ihr Einverständnis, sie in dem so genannten BDM Milch Board bei den Verhandlungen mit der Milchindustrie zu vertreten. Für den Landkreis hofft Friedinger, dass die Milchbauern, die dem BDM bislang noch nicht beigetreten sind, durch die positive Resonanz des Symposiums Vertrauen in den Verband gewinnen. &#8222;In der Hälfte der Ortschaften gibt es bereits BDM-Ortsgruppen&#8220;, so Friedinger. Im Februar werden drei Gebietsversammlungen im Landkreis stattfinden. <P>

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