Mordfall Wudy: 1500 Männer zum Speicheltest

- Reihenuntersuchungen in Poing

VON ARMIN RÖSL Poing - Im Mordfall Gudrun Wudy greift die ermittelnde Kripo Erding zur bisher größten Reihenuntersuchung in der Geschichte Oberbayerns: Vom 27. bis 29. September bittet die Sonderkommission Bergfeld mehr als 1500 Männer im Alter bis zu 60 Jahren zum freiwilligen Speicheltest. Damit soll der Kreis der möglichen Tatverdächtigen eingeengt werden.

Heute erhalten fast alle männlichen Bewohner des Poinger Neubaugebietes "Am Bergfeld" Post von der Polizei. "Bitte nehmen Sie an der Reihenuntersuchung teil", heißt es in dem Brief. Der groß angelegte Test wird in der Aula der Hauptschule durchgeführt. Mit Hilfe von Zahnbürsten wird den Personen Speichel von der Innenseite der Wange gekratzt. Dieser wird mit den am Tatort sicher gestellten DNA-Spuren verglichen. Anschließend werden die Proben vernichtet. Die Daten der Personen werden laut Polizei nicht gespeichert.

Wie bereits mehrmals berichtet, wurde die 38-jährige Elektroingenieurin in der Nacht von Samstag, 10. August, auf Sonntag, 11. August, in ihrer Erdgeschoss-Wohnung am Mitterfeldring 54 in Poing brutal ermordet. Mehrmals stach der Täter mit dem Messer auf sie ein. Am darauf folgenden Dienstag entdeckte der Vater des Opfers die blutüberströmte Leiche in der Badewanne.

Wie die Kripo mitteilte, bedeute die Teilnahme an dem Speicheltest nicht, "dass man als Tatverdächtiger oder Beschuldigter gilt". Gerade das Gegenteil sei der Fall. Im Rahmen ihrer Ermittlungen haben die Beamten festgestellt, dass manche Bewohner am Bergfeld sich gegenseitig verdächtigen. Mit dem Speicheltest könne sich der unbescholtene Bürger solcher Verdächtigungen entziehen, so die Polizei.

Neben der Aufforderung zum freiwilligen Speicheltest erhalten die Bürger heute auch ein weiteres Schreiben. Darin heißt es unter anderem: "Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich der unbekannte Täter möglicherweise auch schon längere Zeit vor dem 10. August im Wohngebiet ,Am Bergfeld` aufgehalten hat und er dort auch aufgefallen ist."

Das Resultat der bevorstehenden Speicheltest-Aktion wird nach Auskunft der Kripo rund drei Wochen nach deren Durchführung feststehen. Bei 13 Personen des sozialen Nahfelds von Gudrun Wudy hat die Sonderkommission Bergfeld bereits Speichelproben gezogen. Das Ergebnis war negativ (wir berichteten).

Für Hinweise, die zur Klärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen, hat das Landeskriminalamt eine Belohnung in Höhe von 10 000 Euro ausgesetzt. Für die Entgegennahme der Hinweise, die auf Wunsch auch vertraulich behandelt werden, hat die Soko Bergfeld eine telefonische Hotline eingerichtet: (0 81 22) 968-411 oder -437 (Seite 10).

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