Müll-Streit: Ideologen und Demagogen

- Neues Gutachten angezweifelt

VON ROBERT LANGER Landkreis - "Das ist blanke Demagogie", so Landrat Gottlieb Fauth (CSU). "Das ist Realismus", kontert SPD-Fraktionschef Ralf Kirchner. "Es wird immer Ideologie sein", resümiert CSU-Kreisrat Martin Lechner.

Die Mülldebatte geht in die letzte Runde. Das überarbeitete Gutachten - pro Verbrennung Ingolstadt - wurde gestern in der Restmüll-Kommission beraten. Die Verbrennungs-Gegner haben erhebliche Zweifel. Waltraud Gruber (Grüne) hob vor allem die Flexibilität der Alternative mechanisch-biologische Anlage hervor. "Das heißt eben nicht, 30 Jahre nur verbrennen." Damit gebe man einen Teil Verantwortung aus dem Landkreis ab. Bezweifelt wurde auch der von den Ingolstädtern geforderte Preis. Die Mitglieder des dortigen Zweckverbandes müssten viel mehr zahlen.

Kirchner betonte, mit dem Start in die Verbrennung sei der "Ebersberger Weg" zu Ende. Man könne dem Bürger nicht mehr klar machen, warum er noch trennen soll, wenn hinterher verbrannt werde. Dem widersprach Fauth vehement. Kirchner brachte dann ein neues Angebot in die Diskussion, das noch bedeutend günstiger sein soll. "Wir vergeben uns eine Chance, wenn wir das nicht prüfen."

Fauth erklärte, er werde jetzt den Ablauf der Entscheidungen nicht mehr ändern. Zudem gebe es für die in einem kurzen Brief angebotene Variante nur ein "geistiges Konzept", aber keine existierende Pilotanlage. Die anbietende Firma habe bisher nichts mit Abfalltechnik zu tun gehabt, sondern Rechenzentren gebaut. Fauth zu Kirchner: "Es sieht wirklich so aus, als ob ihnen das Ergebnis nicht passt und jetzt kommen sie mit dieser Luftnummer daher." Fauth zeigte sich auch verwundert, dass es den Grünen "nichts ausmacht" wenn für die biologisch-mechanische Variante täglich drei Mal ein 40-Tonner über die Dörfer donnert, um den Müll in die Anlage nach Erbenschwang (Landkreis Weilheim) zu bringen.

Die Kommission gab gestern noch keine Empfehlung ab. Zunächst sollen eine externe Wirtschaftlichkeitsberechnungen vorgelegt werden. Nächster Termin: Dienstag, 14 Uhr.

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