1. Startseite
  2. Lokales
  3. Regionen

Nach 19 Monaten Pause: Triathlet Markus Hörmann wird Dritter auf Elba

Erstellt:

Kommentare

Während der hektischen Rennen blieb für den Greilinger Triathlon-Profi Markus Hörmann kaum Zeit die Schönheit der Insel Elba zu bewundern.
Während der hektischen Rennen blieb für den Greilinger Triathlon-Profi Markus Hörmann kaum Zeit die Schönheit der Insel Elba zu bewundern. © alexander fuchs

Nachdem das Wettkampf-Jahr 2020 corona-bedingt komplett ins Wasser fiel, hatte der Greilinger Triathlon-Profi Markus Hörmann genügend Zeit für einige Änderungen - sportlicher und privater Hinsicht.

Greiling – Nach seinem Zieleinlauf mit persönlicher Bestzeit beim Ironman Barcelona im Oktober 2019 sah die Prognose von Markus Hörmann für das Jahr 2020 vielversprechend aus. Seinem Ziel, der Teilnahme bei der Weltmeisterschaft auf Hawaii, war der damals 29-Jährige bereits dicht auf den Fersen und demnach hatte er die Qualifikation für das vergangene Jahr fest im Blick. Dabei machte Corona wie vielen anderen Sportlern auch dem Triathleten des WSV Bad Tölz einen Strich durch die Rechnung – die weltweit stattfindenden Rennen wurden erst mehrmals verschoben und dann letzten Endes doch abgesagt. Selbst der wichtigste Termin des Jahres, der Ironman auf Hawaii, fiel der Pandemie zum Opfer.

Nach acht Jahren den Trainer gewechselt

„Die ersten Monate bereitete ich mich noch voller Optimismus auf die ersten Rennen vor, doch aufgrund der fehlenden Perspektive fiel es mir und auch vielen meiner Kollegen immer schwerer, sich weiter für das harte Training zu motivieren“, schildert der Greilinger die schwierige Phase im Frühjahr, als eine Rennabsage nach der anderen folgte. Doch schnell fokussierte sich Hörmann auf die positiven Seiten der Zwangspause: Im letzten Sommer heiratete er im Tölzer Rathaus seine Lebensgefährtin Marie, zog nach Greiling und wechselte nach über acht Jahren seinen Trainer. „Ich wollte die ruhige Zeit ohne Wettkämpfe nutzen und habe viele Dinge auf den Prüfstand gestellt. Im Nachhinein kam die Pause genau zum richtigen Zeitpunkt“, blickt der Athlet des WSV Bad Tölz zurück auf seine Entscheidung, von nun an mit dem Trainerteam um Florian Heck und Philipp Seipp zusammenzuarbeiten. Die beiden Coaches hatten sich in den vergangenen Jahren in der Triathlonszene vor allem durch ihre Erfolge mit Topstars wie Sebastian Kienle oder Laura Philipp einen Namen gemacht.

Mit frischem Elan sowie jeder Menge neuer Trainingsimpulse begann Markus Hörmann schon im Spätsommer mit der Vorbereitung auf das Frühjahr 2021 und verzichtete im Herbst bewusst auf erste mögliche Rennen im weiter entfernten Ausland. „Mein Ziel war es erst einmal die neue Philosophie meiner Trainer in den täglichen Einheiten zu 100 Prozent zu verinnerlichen, bevor ich mich wieder zurück in einen Wettkampf stürze“, so Hörmann.

Anfang Mai diesen Jahres war es dann soweit: Trainer Florian Heck gab aufgrund guter Leistungswerte und einer steigenden Formkurve grünes Licht für ein erstes Rennen. Am 9. Mai ging der Triathlon-Profi nach genau 581 Tagen ohne Wettkampf an der italienischen Adriaküste in Riccione über die Mitteldistanz wieder an den Start. Als eines der ersten großen Rennen in Europa tummelte sich im Starterfeld eine große Zahl an hochkarätiger Konkurrenz. Und auch Corona war allgegenwärtig: Es gab einen zeitversetzten Start in Kleingruppen anstatt dem sonst planmäßigen Massenstart; das Tragen einer Maske bis kurz vor dem Schwimmeinstieg war ebenfalls Voraussetzung.

Ungewohnte Rahmenbedingungen, die dem Tölzer die Rückkehr nach einer derart langen Abstinenz vom Profi-Zirkus nicht gerade einfacher machten. „Die Orientierung innerhalb des Profifeldes war durch den rollenden Schwimmstart extrem schwierig. Zusammen mit der fehlenden Routine kam ich nie so richtig in meinen Rhythmus“, berichtet Markus Hörmann von einem gebrauchten Tag in Riccione. Noch vor dem abschließenden Halbmarathon brach er das Rennen mit Krämpfen im Gesäß in der zweiten Wechselzone frühzeitig ab.

Anstatt Trübsal zu blasen machte sich der 31-Jährige nur wenige Tage später erneut auf nach Italien, um auf der Insel Elba ein ganz spezielles Trainingslager einzulegen. Die Teilnahme an der „Iron Tour Road“ zusammen mit Triathlonkollege und Schwager in spe, Maximilian Kirmeier, sollte vor dem weiteren Saisonverlauf noch einmal für mehr Rennhärte und neues Selbstvertrauen sorgen. Das Programm hatte es für die beiden einzigen deutschen Starter in sich: Innerhalb von fünf Tagen standen fünf Rennen an fünf Locations quer verteilt über die Mittelmeerinsel auf dem Plan. Jeweils 750 Meter Schwimmen in traumhaften Buchten, 20 meist steile Kilometer auf dem Rad sowie fünf Kilometer zu Fuß auf Trampelpfaden mitten durch die Natur.

Zwei dritte und drei vierte Plätze auf Elba

Gegen gestandene Profis aus der internationalen Weltelite der Kurzdistanz- und Crosstriathlonszene gaben sich die beiden Langdistanz-Exoten jedoch keine Blöße. Während Markus Hörmann nach zwei dritten und drei vierten Plätzen das Podium in der Gesamtwertung nur um wenige Sekunden verpasste, fand sich Teilzeit-Profi Maxi Kirmeier am Ende auf einem guten siebten Platz wieder. Über den Gesamtsieg durfte sich der Vorjahressieger und amtierende U23-Crosstriathlon-Weltmeister Maxim Chané aus Frankreich freuen.

„Alles in allem war die Iron Tour mit ihren schnellen und anspruchsvollen Etappen die ideale Vorbereitung für die kommenden Rennen und es tat nach der langen Zeit im kalten Deutschland auch gut mal wieder ein wenig Sonne zu tanken“, schwärmt Hörmann von seiner Lieblingsinsel. Nach nur wenigen Tagen Regeneration bereitet er sich zurück im Oberland auf seinen nächsten Start vor, am 20. Juni geht es im polnischen Danzig über die Mitteldistanz zur Sache.

Lesen Sie auch: Fabian Liemer: Einmal Leistungssport und zurück

Auch interessant

Kommentare