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Nach Eishockey-Derby schlagen die Wellen hoch: „Kein Fairplay“ oder „einfach nur peinlich“

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Von: Wolfgang Krzizok

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Würdigten sich keines Blickes: Dorfens Trainer Franz Steer (l.) und Erdings Teamchef Felix Schütz (r.). Am Ende brach Hans Böhm die Pressekonferenz ab.
Würdigten sich keines Blickes: Dorfens Trainer Franz Steer (l.) und Erdings Teamchef Felix Schütz (r.). Am Ende brach Hans Böhm die Pressekonferenz ab. © David Whitney

Dem souveränem 7:2-Derbysieg der Erding Gladiators beim personell geschwächten ESC Dorfen folgte eine turbulente Pressekonferenz, die abgebrochen wurde. Die Trainer gerieten aneinander.

Dorfen/Erding – Mit einem Eklat endete am Freitagabend eine turbulente Pressekonferenz nach dem Eishockey-Bayernligaderby zwischen dem ESC Dorfen und den Erding Gladiators. Nach einem heftigen Disput zwischen Dorfens Trainer Franz Steer und Erdings Teamchef Felix Schütz verließen die Gäste, begleitet von Buh-Rufen und teils heftigen Kommentaren der Eispiraten-Fans, die Stadiongaststätte.

Ein Drittel lang hatte der stark ersatzgeschwächte ESC mitgehalten, war sogar 1:0 in Führung gegangen. Besonders auffällig waren die „jungen Wilden“ im Team, allen voran der erst 17-Jährige Sebastian Kosman, dem sogar fast ein Treffer gelungen war. Schließlich aber setzte sich der Favorit aus Erding in einer insgesamt niveauarmen Partie mit 7:2 Toren durch (wir berichteten).

Schütz analysierte die Partie. Er sei im ersten Drittel mit seiner Mannschaft nicht zufrieden gewesen. Die Eispiraten dagegen hätten sehr gut gespielt. Der Treffer zum 1:1 für sein Team mit der Pausensirene sei seiner Meinung nach erst danach gefallen. Da habe man Glück gehabt. Das zweite Drittel, das 4:1 endete, „war sehr stark von den Jungs“. Insgesamt habe sein Team letztlich verdient gewonnen.

Danach ergriff Steer das Wort, dessen Miene bereits vor der Partie nichts Gutes verhieß, und die sich noch mehr verfinstert hatte. Er müsse „weiter ausholen“, sagte er und meinte zunächst unter tosendem Beifall und Gejohle, dass er „sehr stolz auf seine Jungs“ sei. „Wir haben eine komplette Bayernliga-Mannschaft ersetzen müssen: 15 Spieler plus Torwart Nummer eins und Torwart Nummer zwei“, stellte er fest und kam dann zum eigentlichen Thema.

Angesichts der personellen Probleme habe man am Donnerstag angefragt, ob Erding einer Spielverlegung zustimmen würde. Es habe geheißen, das müssten die Trainer entscheiden, und Schütz habe zugestimmt. Dann habe es plötzlich geheißen, die Erdinger Abteilungsleitung müsse sich besprechen. Mittlerweile hätten ihm drei weitere Spieler abgesagt.

Der ESC-Trainer klagte, dass er seit dem ersten Spieltag „neun bis elf Spieler ersetzen musste, und heute sind es 15 plus zwei, die wir ersetzen müssen“. Und er schimpfte unter großem Applaus: „Ich persönlich bin von den Erdinger Offiziellen maßlos enttäuscht, denn das hat mit Fairplay nichts zu tun.“ Er kenne Felix Schütz schon lange und auch die Offiziellen, „aber früher hätte es das in Erding nicht gegeben“, wetterte Steer. Seine Angaben seien ehrlich und korrekt gewesen. „Dann sollen sie halt die Punkte haben und sollen stolz sein darauf“, schloss er.

Nach weiteren Zwischenrufen brach Hans „Fery“ Böhm die Pressekonferenz zunächst ab und meinte: „So etwas ist mir auch noch nie passiert.“ Aber Schütz bat noch einmal ums Mikrofon, um sich zu rechtfertigen. „Der Franz schreit hier zehn Minuten lang rum“, meinte er sichtlich genervt. „Aber wenn du elf plus eins hast, bist du halt mal spielfähig.“ Er hätte Verständnis, wenn Corona oder ein Magen-Darm-Virus in der Kabine wüte, aber nicht bei „normalen“ Erkältungen. „Ein paar Leute sind doch immer krank – also wenn man da anfängt“, schimpfte er und fügte an: „Das ist einfach nur peinlich.“

Jetzt brach bei den ESC-Fans in der voll besetzten Stadiongaststätte ein Sturm der Entrüstung los. Es gab lautstarke Proteste und heftige Zwischenrufe, woraufhin Schütz, Trainer Ales Jirik sowie die Gladiators-Verantwortlichen die Wirtsstube verließen und Böhm die Pressekonferenz erneut beendete – diesmal endgültig.

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