Nachbarstreit am Haarsee: Petition gegen Gröbers Pläne

- VON MAGNUS REITINGER Weilheim - Der Haarsee als Fischereibetrieb? Eine Umnutzung des idyllischen Sees bei Marnbach durch seinen neuen Eigentümer, den Unternehmer Andreas Gröber, befürchtet Nachbar Freiherr Christoph von Hirschberg. Gröber brauche die Privilegierung als Fischereibetrieb, um seine geplante Bootshütte am Haarsee bauen zu können - und das, so der Freiherr, könnte Einschränkungen für den Badebetrieb bedeuten. "Viel Wirbel um nichts", wehrt Gröber ab: Man wolle nicht öfter fischen als bisher, Badende würden keinesfalls gestört. Sicher fühlt sich auch die Stadt Weilheim: Per Vertrag ist festgelegt, dass der Haarsee Badesee bleibt.<BR>

Der Haarsee und die Pläne dort beschäftigen inzwischen höchste Stellen. Laut Matthias Seitz, Baujurist am Landratsamt Weilheim, reichte Freiherr von Hirschberg (der gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war) im Herbst beim Bayerischen Landtag eine Petition "gegen die Gesamtmaßnahmen des Herrn Gröber", den Eigentümer von Schloss Hirschberg am Haarsee, ein. Daraufhin schaltete sich auch Bayerns Oberste Baubehörde in den Fall ein - weshalb das Landratsamt bislang keine Genehmigung für Gröbers Bootshütte erteilt hat, obwohl diese, "aus unserer Sicht genehmigungsfähig ist" (Seitz).<P>Vergangenen Montag war der Haarsee auch in Weilheims Bauausschuss erneut Thema: Stadträtin Uta Orawetz, von Freiherr von Hirschberg als Tourismus-Referentin angeschrieben, legte einen Brief vor, in dem der Freiherr Gefahren für den Badebetrieb ("am Wochenende bis zu 800 Gäste") durch Gröbers Pläne beschreibt. Sorgen, welche die Stadt nicht teilt: Im April 2004 habe man mit Gröber schriftlich vereinbart, dass der Haarsee der Allgemeinheit kostenlos als Badesee zur Verfügung steht (wir berichteten); auch der Privatweg am Südufer sei zur öffentlichen Nutzung gesichert.<P>Fakt ist aber auch: Gröber hat für seine geplante Bootshütte die Privilegierung seitens der Regierung von Oberbayern. Nach Ansicht von Bezirks-Fischereiberater Dr. Peter Wismath soll im Haarsee gefischt werden, um dessen Gleichgewicht zu halten - dafür wiederum sei die Hütte nötig. "Wir werden immer wieder angeln, vielleicht auch zweimal im Jahr mit Netz fischen", so Gröber auf Anfrage dieser Zeitung. Der Badebetrieb werde keinesfalls gestört, man wolle auch nicht "wie früher" Angelkarten ausgeben. Vor allem gehe es darum, die Pflichten der Pflege wahrzunehmen.<P>Die Beschreibung des Freiherren, für den Hütten-Neubau seien bereits Telefon-, Wasser- und Stromleitungen gelegt, kontert Gröber mit dem Hinweis, dies sei für ein bestehendes "altes Försterhaus" nahe dem Ufer erfolgt - "in Absprache mit dem Landratsamt".<P>

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